Stand der Rebenentwicklung – KW 31

Ilona SchneiderNews

Region Kaiserstuhl – Stand: 01.08.2019

Trockenstress soweit das Auge reicht und leider doch in Summe zwar unterschiedliche aber zu wenige Niederschläge um das derzeitige Erscheinungsbild nachhaltig zu ändern. Das Wasserdefizit wird, wie der Wunsch nach Regen immer größer. Auffällig nach den heißen Tagen der vergangenen Woche sind mehr oder wenig starke Sonnenbrandschäden und das Dauerthema ESCA. Der Gesundheits- und Pflegezustand der Anlagen ist sehr ordentlich und die Entwicklung +- im langjährigen Mittel, sichtbar an färbenden und glasig werdenden Beeren.

(Quelle: WBI Freiburg)
RegionPfalz – Stand: 31.07.2019

Die rekordverdächtigen Temperaturen mit hoher UV-Strahlungsintensität und geringer Luftfeuchte blieben erwartungsgemäß nicht ohne Folgen für die Reben. Wer sich bei Werten von knapp 40° C und praller Sonne aufhielt, konnte erahnen, was dies auch für große Strapazen für die Reben mit sich gebracht hat. Als absoluter Höchstwert wurde am vergangenen Donnerstag in Neustadt 38,4° C, zwischen 16 und 17 Uhr, erreicht. Exakt derselbe Wert wurde übrigens auch am 30. Juni dieses Jahres gemessen, als es aber entwicklungsbedingt noch zu keinen Schäden an Trauben kam. Auch die Tagesdurchschnittstemperatur war mit 29,3° C rekordverdächtig. Zudem gab es „tropische Nächte“, an denen die Temperatur nachts nicht unter 20° C sank. Nun sind die extremen Hitzewellen erst einmal vorüber, im Spätsommer werden Temperaturen an die 40° C unwahrscheinlich. Ab letzten Freitag bis Sonntag entluden sich teils heftige Gewitter mit Starkregen. Zum Glück wurden wir dieses Mal von heftigen Begleiterscheinungen wie Hagel und starkem Sturm verschont. Die Regenmengen fielen jedoch extrem unterschiedlich aus. Die Summen von Freitag bis Sonntag zeigen massive Unterschiede, dies gilt regional auf wenige 100 Meter Abstand. Während manche Landstriche bis 50 l/m² abbekamen (Kleinniedesheim, Kirrweiler), fiel in anderen Teilen so gut wie kein Tropfen. Damit kann zum jetzigen Zeitpunkt keine allgemeine Aussage zum Bodenwassergehalt gemacht werden. Die Versorgung reicht von üppig bis anhaltender Mangel. Oft ist eine Spatenprobe notwendig, um die Bewässerungsbedürftigkeit einer Lage festzustellen. Erfreulich ist, dass die meisten Regionen zumindest nennenswerte Mengen abbekommen haben, um einige Tage zu überbrücken. Regent ist bereits überwiegend gefärbt, Dornfelder und Portugieser beginnen seit dieser Woche zaghaft mit dem Farbumschlag. Auch Ortega, Müller-Thurgau und Solaris sind bereits hell durchscheinend. Nach wie vor liegen wir etwa drei Wochen hinter dem sehr frühen Vorjahr zurück. Dies entspricht dem langjährigen Mittel. Je nach Behang kann der Reifefortschritt sehr unterschiedlich stattfinden. Gerade bei vitalen Laubwänden und blütebedingt schwachem Behang ist mit raschem Reifeverlauf zu rechnen. Eventuell muss bereits an frühe Wild- und Vogelvergrämung gedacht werden, wie beispielsweise durch Umzäunung oder Anbringung von Netzen. Ab nächster Woche liegen erste Reifemessungen bei den frühen Sorten vor.

(Quelle: DLR Rheinpfalz)

Region Nahe – Mittelrhein – Stand: 31.07.2019

Eine denkwürdige Woche liegt hinter uns. Drei extreme Hitzetage von Mittwoch bis Freitag mit dem absoluten Höhepunkt am Donnerstag, als deutschlandweit quasi im Minutentakt neue Temperaturrekorde aufgestellt wurden. Auch an agrarmeteorologischen Messstationen in RLP wurde die magische 40° Grenze mehrfach überschritten.
Am Freitagabend dann in einigen Gemarkungen lokale Unwetter mit Starkregen und Hagel. Samstag und Sonntag weitere Niederschläge, wobei insbesondere am Sonntag in einzelnen Gemarkungen in Rheinland-Pfalz große Nie-derschlagsmengen fielen (z.B. Traben-Trarbach 97 mm), die allerdings keinen Unwettercharakter hatten.
Die Niederschlagsverteilung war erneut extrem „ungerecht“. Vereinzelt waren zum Wochenbeginn Böden kaum befahrbar, während andernorts lediglich der Staub befeuchtet worden ist. Dementsprechend gibt es im Dienstbezirk Flächen, die vorläufig im Hinblick auf Wasser „aus dem Schneider sind“ während andernorts die Situation noch immer sehr besorgniserregend ist. Wer mit offenen Augen durch die Landschaft fährt, sieht, wo es viel zu wenig und wo es halbwegs ausreichend geregnet hat.

Im Hinblick auf Trockenstress spielen auch die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit eine äußerst wichtige Rolle. Die mit gleichzeitig sehr niedriger Luftfeuchtigkeit einhergehenden Extremtemperaturen haben die Situation für die Rebe extrem verschärft. Für Reben auf Standorten, die wenig Niederschläge abbekommen haben, sind die derzeit wieder moderaten Temperaturen ein Segen.
In Sachen Pflanzenschutz biegen wir jetzt auf die Zielgerade ein. Der Vegetationsstand ist später als Viele das ange-sichts der intensiven aber doch recht kurzen Hitzephasen dieses Sommers vermuten. Trotz des frühen Austriebs hatten die 3 sehr kühlen ersten Maiwochen einen in der Norm liegenden Blütezeitraum zur Folge und seitdem blieb der Vegetationsstand im Bereich der Normalwerte seit 1990. Eine so frühe Lese wie 2018 und (fäulnisbedingt!) auch 2017 liegt derzeit in weiter Ferne.
Die schon mehrfach geäußerten Einschätzungen zum Reifebeginn in Bad KH (M.-Th. um den 8.8. und Riesling um den 18.8.) haben weiterhin Bestand. Für Müller-Thurgau und in der Reife vergleichbare Sorten kann dort ab Beginn kommender Woche die Abschlussbehandlung gegen Peronospora und Oidium eingeplant werden, bei Riesling ca. 1 Woche später. Für die späten hochgelegenen Standorte an der oberen Nahe und an der südlichen und nördlichen Peripherie des Anbaugebietes ist nochmals ca. eine Woche auf diese Werte draufzuschlagen. Je nach Sorte und Standort stehen also noch 1 oder 2 Spritzungen an. In befallsfreien Flächen kann der Abstand zur letzten Behandlung ohne großes Risiko durchaus um einige Tage hinaus gezogen werden, um dadurch gegebenenfalls eine Behandlung einsparen zu können.

(Quelle: DLR R-N-H)

Region Main-Tauber-Kreis – Stand: 31.07.2019

Die Niederschläge am vergangenen Wochenende sind sehr ungleich verteilt gefallen. Die Mengen bewegen sich zwischen 5 bis 70 l/m², auch innerhalb nur weniger Kilometer Abstand. Begleiterscheinungen wie Hagelschlag sind erfreulicherweise nur in geringem Umfang in Weinbauflächen aufgetreten. In vielen Gemarkungen ist nach den Niederschlägen damit zumindest vorübergehend eine gewisse Entspannung in Bezug auf den Trockenstress gegeben. Die Temperaturen in dieser Woche bewegen sich weiter in einem angenehmen Bereich zwischen 25° und 30°C, eine weitere Hitzewelle wird momentan nicht prognostiziert. Vor allem in der kommenden Woche könnte es auch wieder zu Schauern kommen. Dennoch muss je nach Regenmenge am vergangenen Wochenende die Bewässerungsnotwendigkeit vor allem in Junganlagen nach wie vor im Auge behalten werden.
Bei frühen Rotweinsorten ist eine zunehmende Verfärbung zu sehen. Die weitere Entwicklung der Reben und der Reife ist in den kommenden Wochen hauptsächlich vom verfügbaren Wasser abhängig. Auf gut versorgten Standorten sind in kompakten Rebsorten bereits abgedrückte Traubenteile zu erkennen.
Ein nochmaliger Laubschnitt ist jetzt nach der Hitzeperiode sinnvoll, falls Laub überhängt und die Trauben stärker beschattet. Je nach Wasserverfügbarkeit sind vor allem jüngere Anlagen aber im Wuchs so gedämpft, dass bis zum Herbst kaum noch Neuzuwachs erfolgen wird.
Eine frühzeitige Einsaat sorgt in den offenen Gassen für eine möglichst tragfähige Begrünung bei geplanter Maschinenlese. Insbesondere in Problem- und Sanierungsgebieten (Wasserschutz) können jetzt nach dem Regen Einsaaten in Verbindung mit einer flachen Bodenbearbeitung vorgenommen werden.
Hitze-/Strahlungsschäden
Das extrem heiße Wetter von Dienstag bis Freitag vergangener Woche hat über alle Lagen hinweg und bei den meisten Sorten Hitzeschäden an den Trauben und teils auch am Blattapparat verursacht. In Abhängigkeit von Zeilenausrichtung, Zeilenbreite, Entblätterungstermin, Entblätterungsintensität, Rebsorte, Klon und auch der Wasserverfügbarkeit ist das Schadausmaß sehr unterschiedlich. Vor allem in den Rebsorten Bacchus, Trollinger und mit Abstrichen im Schwarzriesling sind die stärksten Schäden zu verzeichnen. Beim Riesling sind die Schäden meist geringer als erwartet, wahrscheinlich waren die Trauben hier entwicklungsbedingt noch nicht so anfällig. Die Beeinflussung durch die extreme Hitze hat bei freiliegendem Stielgerüst die Leitungsbahnen nachhaltig zerstört, so dass ganze Trauben bzw. Traubenabschnitte absterben. An teilgeschädigten Trauben wird sich das Schadausmaß in nächster Zeit womöglich noch verstärken.
Daher sollten zunächst keine Maßnahmen ergriffen und das Eintrocknen der geschädigten Teile abgewartet werden. Ein Befall von Schadpilzen ist bei der weitgehend trockenen Witterung nicht zu befürchten. Aus früheren Jahren ist bekannt, dass vollkommen geschädigte Traubenteile weitgehend eintrocknen und auch für das Lesegut, bei schneller Verarbeitung, keine Probleme bereitet. Kritischer sind teilgeschädigte Traubenteile mit noch grünen Beeren zu bewerten. Diese bleiben in ihrer Entwicklung stehen bzw. zurück und liefern hohe Säure, Phenole und geringe Zuckerwerte. Ein hoher Anteil solcher geschädigten Trauben kann das Lesegut negativ beeinträchtigen.

(Quelle: WBI Freiburg)

Region Franken – Stand: 29.07.2019

Der Regen am vergangenen Wochenende ist sehr ungleich verteilt gefallen. Mengen zwischen 5 bis 70 l/m², und dies innerhalb nur weniger Kilometer Abstand, ist keine Seltenheit. Sturmschäden oder Hagel waren erfreulicherweise nicht dabei. Somit bleibt an vielen Standorten die Trockenheit weiterhin das drängendste Problem. In Bereichen mit höheren Niederschlagsmengen ist für die nächsten Tage eine Entspannung in Bezug auf Trockenheit gegeben. Die Temperaturen in dieser Woche bewegen sich in einem angenehmen Bereich zwischen 25° bis 30°C. Ab und zu kann auch mal ein gewittriger Schauer niedergehen. Die weitere Entwicklung der Reben und der Reife ist in den kommenden Wochen hauptsächlich vom verfügbaren Wasser abhängig. Mit einer sehr heterogenen Ernte und auch Reifeentwicklung muss in Franken gerechnet werden, wenn weiterhin wenige Niederschläge in den kommenden Wochen fallen. Die Abschlussbehandlung sollte in dieser und der kommenden Woche eingeplant werden. Anlagen zur Federweißen- oder Traubensaftlese jetzt nicht mehr behandeln.

Die glutheißen Tage von Dienstag bis Freitag vergangener Woche haben über alle Sorten und Lagen Hitzeschäden an den Trauben und teils auch am Blattapparat verursacht. In Bacchusanlagen treten Schäden bis fast zum Totalausfall auf. Aber auch andere Sorten und selbst Rotweinsorten sind mehr oder weniger betroffen. Sichtbare Schäden am Stielgerüst lassen vermuten, dass sich der Schaden noch verstärkt. Daher sollten zunächst keine Maßnahmen ergriffen und das Eintrocknen der geschädigten Teile abgewartet werden. Ein Befall von Schadpilzen ist bei der weitgehend trockenen Witterung nicht zu befürchten. Aus Untersuchungen früherer Jahre wissen wir, dass vollkommen geschädigte Traubenteile weitgehend eintrocknen und auch für das Lesegut, bei schneller Verarbeitung, keine Probleme bereitet. Kritischer sind teilgeschädigte Traubenteile mit noch grünen Beeren zu bewerten. Diese bleiben in ihrer Entwicklung stehen bzw. zurück und liefern hohe Säure, Phenol und geringe Zuckerwerte. Ein hoher Anteil solcher geschädigten Trauben kann das Lesegut negativ beeinträchtigen. Das Entfernen geschädigter Traubenteile ist nur mit hohem Aufwand möglich, da die Schadausprägung nicht vertikal sondern meist horizontal an der Traube verläuft.

(Quelle: Weinbaufax Franken)