Nachfolgeverordnung von Nr. 606/2009 – Neue VO 2019/934 und VO 2019/935 treten ab 07.12.2019 in Kraft

Ilona SchneiderNews

Im EU-Amtsblatt sind die Nachfolgeverordnungen zur über önologische Verfahren veröffentlicht worden. Es handelt sich dabei um die delegierte Verordnung (EU) 2019/934 der Kommission vom 12. März 2019 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Anbauflächen, auf denen der Alkoholgehalt der Weine erhöht werden darf, der zugelassenen önologischen Verfahren und der Einschränkungen für die Erzeugung und Haltbarmachung von Weinbauerzeugnissen, des Mindestalkoholgehalts von Nebenerzeugnissen und deren Beseitigung sowie der Veröffentlichung von OIV-Dossiers, sowie die Durchführungsverordnung (EU) 2019/935 der Kommission vom 16. April 2019 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Analysemethoden zur Feststellung der physikalischen, chemischen und organoleptischen Merkmale von Weinbauerzeugnissen und der Mitteilung von Beschlüssen der Mitgliedstaaten zur Erhöhung des natürlichen Alkoholgehalts. Die beiden Verordnungen gelten ab dem 7. Dezember 2019. Zum gleichen Zeitpunkt wird die bisherige Verordnung (EG) Nr. 606/2009 aufgehoben.
1. Delegierte Verordnung (EU) 2019/934:  EU 2019-934_DE

Hervorzuheben sind hier:
– In Anhang I Teil A Tabelle 1 sind die zugelassenen önologischen Behandlungen sowie die Bedingungen und Grenzwerte für ihre Anwendung aufgeführt.
– In Anhang I Teil A Tabelle 2 sind die zugelassenen önologischen Stoffe sowie die Bedingungen und Grenzwerte für ihre Anwendung aufgeführt.
Wesentliche Änderungen gegenüber dem bisher geltenden Recht laut BMEL-Weinreferat:
– Eine Behandlung mit Silberchlorid ist nicht mehr vorgesehen. Damit läuft die Zulassung aus und endet sechs Monate nach der Veröffentlichung der Verordnung.
– Ebenfalls endet die Zulassung für die Behandlung von Rotwein mit Carboxymethylcellulose (CMC). Die Behandlung wird auf Weißweine beschränkt.

In Anhang I Teil B ist der Schwefeldioxidhöchstgehalt von Weinen festgelegt, Anhang I Teil C regelt den Höchstgehalt an flüchtiger Säure von Weinen und Anhang I Teil D enthält die Bestimmungen für die Süßung.

2. Durchführungsverordnung (EU) 2019/935: 

Mit dieser Verordnung werden Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 hinsichtlich der Analysemethoden zur Feststellung der physikalischen, chemischen und organoleptischen Merkmale von Weinbauerzeugnissen sowie hinsichtlich der Mitteilung der Beschlüsse der Mitgliedstaaten zur Erhöhung des natürlichen Alkoholgehalts festgelegt.
Gemäß Artikel 3 dieser Verordnung sind die Mitgliedstaaten, die eine Erhöhung des Alkoholgehalts in Jahren mit außergewöhnlich ungünstigen Witterungsverhältnissen genehmigen, verpflichtet, dies der Kommission innerhalb eines Monats nach Genehmigungserteilung für die Abweichung mitzuteilen.
Der Status Quo besagt, dass Mitgliedstaaten der Kommission dies vor Erlass der Entscheidung mitteilen müssen.
Bei den Analysemethoden sind keine Einschränkungen gegenüber dem bisherigen Recht ersichtlich.