Stand der Rebentwicklung – KW 23

Ilona SchneiderNews

Region Franken – Stand: 29.05.2019

Allgemeine Situation:
Die Wärme kommt schneller als erwartet. Bereits ab Samstag steigen die Temperaturwerte auf sommerliche Werte über 25°C an. In der kommenden Woche steigen die Temperaturen weiter. In der schwülwarmen Luft werden ab Wochenmitte Gewitter erwartet. Diese günstigen Bedingungen werden zu einem kräftigen Wachstumsschub bei den Reben führen.

(Quelle: Weinbaufax Franken)

Region Heilbronn – Stand: 29.05.2019

Nach eher nass-kaltem Mai klopft mit Beginn des Monats Juni zum ersten Mal der Sommer an die Tür. Wie unterschiedlich die Jahre verlaufen können, macht sich sowohl beim Fußball wie auch beim Weinbau bemerkbar. Im Jahr 2018 war der Frühsommer sowohl im Cannstatter Stadion wie auch in den Rebflächen sehr erwärmend. In diesem Jahr trieb es dem Fußball- und Weinfreund des Öfteren einen kalten Schauer über den Rücken. Aber nach Rückschlägen scheint auch immer wieder die Sonne. Das ist im Ballsport nicht anders als im Weinbau.
Nachdem der Boden mit Feuchtigkeit aktuell ausreichend versorgt ist, werden die sommerlichen Temperaturen zu einem starken Wachstumsschub führen. Die 14-tägige Wettervorhersage lässt allerdings nach der Warmphase Spielraum nach oben und unten. Entsprechend lässt sich bis jetzt auch nicht prognostizieren, wann die Rebblüte beginnt. Die
Spritzabstände orientieren sich im Hinblick auf Peronospora ab jetzt am Zuwachs und an den zu erwartenden Niederschlägen. Sprich: Je wüchsiger die Reben sind und je wahrscheinlicher Gewitter kommen, desto kürzer sollte der Spritzabstand liegen. Bei trocken-heißer Witterung ist Oidium hinsichtlich der Spritzabstände die „Leitkrankheit“.
Der Traubenansatz ist über alle Sorten betrachtet gut. Hinsichtlich der Ertragsprognose muss allerdings die Rebblüte abgewartet werden. Die Reben befinden sich je nach Lage, Sorte und Wuchszustand der Rebanlage, zwischen dem 4 und 9-Blattstadium. Erste Triebe, zum Beispiel bei Dornfelder oder Trollinger, haben den obersten Draht erreicht oder sind schon etwas
darüber hinaus gewachsen. Demnach stehen nach den Ausbrecharbeiten als nächster Arbeitsschritt bei wüchsigen Anlagen bald schon die ersten Heftarbeiten an.

(Quelle: WBI Freiburg)

 

Region Pfalz – Stand: 28.05.2019

Aktuelle Lage
Der Mai bleibt in seiner Temperatursumme hinter seinen Erwartungen zurück, was jedoch für viele Betriebe in jeglicher Hinsicht durchaus positiv aufgenommen wird. Selten sind im Frühjahr solch lange Zeitspannen für Ausbrecharbeiten, Nachpflanzungen oder zur Anlagenerstellung gegeben.Die Entwicklung der Reben ist mittlerweile im Vergleich zum Vorjahr etwa 14 Tage zurück. Je nach Rebsorte, Alter der Anlage und Lage sind nun sieben bis neun Blätter am Trieb entwickelt. Die Gescheine vergrößern sich zunehmend (BBCH 53), vereinzelt trennen sich bereits die noch geschlossenen Einzelblüten voneinander (BBCH 55) ab. Die Blüte setzt ein, wenn das 13. Blatt etwa voll entwickelt ist. Legt man sich die diesjährigen Entwicklungsfortschritte zu Grunde, ist in diesem Jahr nicht vor Mitte Juni mit der Hauptblüte zu rechnen. Vor genau einem Jahr wurde der Blühbeginn bei Riesling in Neustadt/Wstr. noch auf den 28. Mai 2018 terminiert. Das 30-jährige Mittel des Blühbeginns bei Riesling in Neustadt/Wstr. ist der 8. Juni. Rechnet man die obligatorischen 100 bis 110 Tage bis zur Lese hinzu, so wird ein Lesestart der Hauptsorten vor Mitte September sehr unwahrscheinlich sein. Somit stünden dieses Jahr für Hoffeste, Fülltermine oder Urlaube in der ersten Septemberwoche der Lese nichts im Wege, von früher Federweißerlese einmal abgesehen. Die weiteren Aussichten prognostizieren zum Monatswechsel hohen Luftdruck (damit heiterer
Himmel) und einen Anstieg der Temperaturen auf sommerliche Werte um 25 °C. Am Sonntag könnte vereinzelt gar die 30 °C Marke erreicht werden. Die Regenwahrscheinlichkeit tendiert im weiteren Verlauf der Woche in unserem Dienstbezirk gegen Null. Zu Beginn der nächsten Woche nimmt allerdings die Gewitter- und Schauerneigung wieder zu, hohe Regenmengen sind in der nächsten Woche aber nicht zu erwarten. Der prognostizierte Verlauf ist für die Rebe und anstehende Arbeiten sehr günstig. Die anfängliche Kältechlorose hat
sich nun merklich gebessert. Die Bodenfeuchte ist nach den Niederschlägen der Vorwoche derzeit gesichert. In den nächsten Wochen stehen die termingerechten Heftarbeiten im Vordergrund.

(Quelle: DLR Rheinpfalz)

Region Rheinhessen-Nahe – Stand: 29.05.2019

Auch wenn die Temperaturen nach den sehr kühlen ersten 3 Maiwochen seit dem vorletzten Wochenende lediglich „wärmer“ aber noch längst nicht warm waren, hat das Triebwachstum deutlich reagiert. Auch auf späten Standorten, die um den 20. Mai noch ein klägliches Bild boten, ist deutlicher Zuwachs zu beobachten. Die mittleren Trieblängen liegen jetzt je nach Sorte und Standort zwischen gut 5 und vereinzelt sogar bereits knapp 9 Blättern.
Der Mai ist zwar noch nicht ganz zu Ende, eine vorläufige Bilanz kann aber schon getroffen werden. Seit März 2018 wird der Mai 2019 der erste Monat sein, der temperaturmäßig unter dem Durchschnitt der letzten 29 Jahre liegt. Auch wenn die verbleibenden 3 Tage den Monatsdurchschnitt noch leicht in die Höhe treiben, bleibt er mit bisher 11,9 °C im Monatsmittel ein ungewöhnlich kalter Monat. Seit 1959, dem Beginn unserer Aufzeichnungen, war es im Mai nur 7 mal noch kühler (Tiefstwert 1987 mit 11,0 °C) und letztmals 2010 war es mit 11,9 °C ähnlich kühl.
Niederschlagsmäßig sieht die Bilanz erfreulich aus. An den Stationen am Mittelrhein fielen bisher zwischen 66 und 88 mm, an der Nahe zwischen 66 und 76 mm und in Rheinhessen zwischen 55 und 92 mm.
Ab dem Wochenende, also pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang, bewegen sich die Temperaturen in frühsommerliche Größenordnungen und werden wahrscheinlich auch im Verlauf der kommenden Woche bei Maxi-malwerten zwischen 23 und 28 °C bleiben. Das ist für zügiges Triebwachstum ausreichend. Am Sonntag könnten wir eventuell kurzzeitig erstmals für dieses Jahr die 30° Grenze („heißer Tag“) knacken. Bis Anfang kommender Woche bleibt es voraussichtlich niederschlagsfrei, lokal ist der ein oder andere Schauer aber nicht ganz auszuschließen. Ab Beginn der Woche steigt das Niederschlagsrisiko wieder etwas an.
Damit sind erste Spekulationen hinsichtlich des Blütebeginns statthaft. Bei einer Trieblänge von ca. 13 Blättern setzt die Blüte ein. Auf sehr frühen Standorten könnten bereits um den 8. Juni einzelne Käppchen fallen und mit Blütebe-ginn (10 bis 20 % abgefallene Käppchen) wäre dort ab etwa 10. Juni zu rechnen. Die zeitliche Differenz zu den spä-testen Standorten im Dienstbezirk liegt bei ca. 10 Tagen. Damit lägen wir in etwa im Rahmen dessen, was in den letzten 30 Jahren normal war.
Da Wetterprognosen je nach Großwetterlage über eine Zeitdauer von mehr als ca. 5-7 Tagen hinaus nach wie vor unsicher sind, darf man mit diesen Schätzungen zwar kalkulieren, aber man darf sich nicht darauf verlassen!

 

(Quelle: DLR R-N-H)

Region Mosel – Stand: 23.05.2019

Die Reben warten förmlich auf steigende Temperaturen, um in der Vegetation weiter voranzuschreiten. Der noch anfangs gleichmäßige Austrieb ist mittlerweile je nach Standort und Lage sehr unterschiedlich in der Entwicklung der Triebe. Nicht zu selten findet man Symptome und “Schlecht-Wetter-Chlorose” (gelbliche Verfärbungen an Blättern), die in den nächsten Wochen bei angekurbeltem Wuchs wieder schnell verschwinden werden. Sehr erfreuliche Niederschläge vergangenen Wochenendes beschwerten uns weitere Regenfälle, um zurzeit nicht mehr gravierendem Wasserdefiziet entgegenzuwirken. Einerseits erfreulich, andererseits unerfreulich, führten Regenfälle, demnach wie stark diese ausfielen, zu ersten/weiteren Infektionen durch Peronospora. Durch die zum Wochenende hin prognostizierten, steigenden Termperaturen, einhergehend mit höheren Tag-Nacht-Schwankungen, steigt das Oidiumsrisiko an. Des Weiteren bleibt es bewölkt und Schauer werden wenige anfangs nächster Woche vorhergesagt.

(Quelle: DLR Mosel)