Geplante Änderung VO (EU) 1308/2103 – Nährwertangabe

Ilona SchneiderNews

Die Bestrebungen der EU zur Änderung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) haben für den Weinsektor nun nach dem Berichtsentwurf des Berichterstatters zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 (GAP), und einer Vielzahl von Änderungsanträgen Anfang April im Europäischen Landwirtschaftsausschuss zur Abstimmung geführt. Dabei hat man sich auch auf eine Reihe von Vorschlägen betreffend den Weinsektor verständigt. Einer der entscheidenden Punkte ist ein Vorschlag zur Kennzeichnung von Nährwertangabe und Zutatenverzeichnis. In Artikel 119 soll eine obligatorische Nährwertkennzeichnung für Weinbauerzeugnisse auf dem Etikett vorgeschrieben werden, die sich aber auf die Angabe des Brennwertes beschränken kann. Die Verpflichtung zur Angabe der Brennwertkennzeichnung soll 18 Monate nach Inkraftsetzung der Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 anwendbar werden. Die Angabe des Zutatenverzeichnisses wird obligatorisch. Dieses kann jedoch in elektronischer Form (off label) zur Verfügung gestellt werden, wenn eine Zuordnung über das Etikett (oder die Verpackung) erfolgen kann (Bsp.: QR-Code). Die Kommission wird ermächtigt, im Rahmen eines delegierten Rechtsaktes Vorschriften betreffend die Etablierung und Darstellung der Zutatenliste innerhalb von 18 Monaten nach Inkrafttreten der Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 zu erlassen.
Die Zutatenkennzeichnung für Weinbauerzeugnisse soll ab Beginn des zweiten Weinwirtschaftsjahres nach Inkraftsetzung des delegierten Rechtsaktes verpflichtend werden.
Ein weiterer wichtiger Vorschlag betrifft eine Änderung des Artikel 93: dort soll zukünftig festgelegt werden, dass entalkoholisierte und teilentalkoholisierte Weinerzeugnisse, die als neue Ziffern 18 und 19 in die Kategorien von Weinbauerzeugnissen in Anhang VII Teil II aufgenommen werden, keine g.U. oder g.g.A. tragen dürfen. Teilentalkoholisierte Weinerzeugnisse sollen einen Alkoholgehalt von mehr als 0,5 % vol und weniger als 8,5 % vol aufweisen. Damit wären diese Erzeugnisse nun endlich auch EU-rechtlich geregelt und würden als Weinbauerzeugnisse gelten.

(Quelle: wein-aktuell)