Stand der Rebenentwicklung

Ilona SchneiderNews

Region Rheingau – Stand 16.07.2018

Reifedaten Rheingau

(Quelle: RP Darmstadt)

Region Mosel – Stand 11.07.2018
Der Sommer hält weiter an. Gewitter und Niederschläge vergangener Woche fielen lokal wieder einmal sehr unterschiedlich aus – teils mit Hagelschäden und einhergehenden Erosionen. Insbesondere dort, wo Niederschläge ausblieben, zeigen Junganlagen Symptome von Wasserstress (Maßnahmen sollten individuell durchgeführt werden (Ertragsreduzierung, Trauben entfernen, Bewässern). Weitere Niederschläge werden vorerst nicht prognostiziert. Nach Fortschreiten der Beerenentwicklung nimmt hier der Pilzdruck weiter ab. Nichts desto trotz sollten Pflanzenschutzmaßnahmen weiter sachgerecht durchgeführt werden, um einen Spätbefall Neuzuwachs und am Stielgerüst und damit einhergehenden qualitativen Einbußen zu vermeiden. Hier gilt es besonders die Wartezeiten der einzelnen Fungizide zu beachten.
(Quelle: DLR Mosel)

Region Nahe – Mittelrhein – Stand 11.07.2018
An der grundsätzlichen Bewertung der Situation hat sich seit Mitte letzter Woche nichts geändert. Das aktuell für die Jahreszeit etwas zu kühle Wetter ist voraussichtlich nur von kurzer Dauer.
Die Niederschlagsmengen, die Mitte letzter Woche gefallen sind, waren äußerst unterschiedlich. Sie reichen von „nichts“ bis zu Größenordnungen um 40 mm. Die sehr differenzierte Wasserversorgungssituation setzt sich dadurch fort. In den Gemarkungen, in denen es zu Beerenbeschädigungen durch Hagel kam, sind verletzte Beeren, je nach Schadensausmaß, schnell verschorft oder abgestorben und eingetrocknet. Manche Winzer wundern sich darüber, dass die Vegetation auf so rekordverdächtig frühem Kurs ist. Das ist insofern durchaus nachvollziehbar, als der Hochsommer mit extremen Temperaturen von weit über 30° bisher tatsächlich ausgeblieben ist. Nur an wenigen Tagen und auch nicht an allen Wetterstationen wurde dieser Wert, der aus einem Sommertag (Maximum > 25 °C) einen heißen Tag (Maximum > 30 °C) werden lässt, überschritten. Für den Vegetationsverlauf sind jedoch weniger singuläre Spitzentemperaturen als vielmehr die durchschnittlichen Temperaturen der bisherigen Vegetationsperiode viel bedeutender und die sprechen eine ganz andere Sprache. Nachfolgend die in der bisherigen Vegetationsperiode (April bis Juni) seit 1959 wärmsten Jahre mit einer Durchschnittstemperatur für diesen 3-Monatszeitraum von über 15 °C.

Reifeentwicklung

Nur das bisher im Reifebeginn extrem frühe Jahr 2007 war für diesen 3-Monatszeitraum um 0,1 °C wärmer. Daher sind die bisher im Vegetationsverlauf großen Parallelen zu 2007 auch nicht verwunderlich. Ungeachtet des aktuellen Temperatureinbruchs lag der Juli mit bisher 20,5° C ebenfalls um knapp ca. 1 °C über den Mittelwerten seit 1990 und ab Freitag und für den weiteren Verlauf der kommenden Woche sieht es weiterhin nach leicht über der Norm liegenden sommerlichen Wetter aus, ohne dass allerdings eine Hitzewelle in Sicht wäre. Einzelne weiche Beeren in Bad KH um den 23.7. beim Müller-Thurgau und ca. 3.8. beim Riesling und Reifebeginn (ca. die Hälfte der Beeren weich) jeweils etwa 3 bis 4 Tage später erscheint weiterhin ein realistisches Szenario. Für die spätesten Standorte im Dienstbezirk müssen in diesem Jahr zu diesen Orientierungswerten ca. 10 Tage hinzuaddiert werden.

(Quelle: DLR R-N-H)

Region Pfalz – Stand: 10.07.2018
Eine kurzzeitige Störung der Großwetterlage sorgte letzte Woche Mittwoch für lokale Unwetter mit Starkregen und teilweise auch Hagelschlag an den Beeren. Die Hagelschäden belaufen sich zwischen 10 und 70 % an den Beeren, die dadurch aufplatzten, aber mittlerweile dank des trockenen Wetters schon weitgehend eingetrocknet sind. Vor allem zwischen Ellerstadt und Kindenheim sind auf etwa 150 ha erhebliche Schäden festgestellt worden.
Auch der Raum DÜW sowie Grünstadt waren, wenn auch geringfügiger, betroffen. Eine Meldung an die Versicherung bei Hagelschutzversicherung muss unverzüglich erfolgen, gesonderte weinbauliche Maßnahmen sind derzeit nicht erforderlich. Die Triebe und Blätter scheinen eher glimpflich betroffen zu sein. In der laufenden Woche kommt es am heutigen
Dienstag zu einer kurzweiligen Abkühlung auf Temperaturen um die 23° C. Stärkere Niederschläge oder gar Unwetter sind allerdings in unseren Breiten nicht zu erwarten. Momentan sieht es mehr nach Bewölkung aus, bei allenfalls leichten Schauern. Zum Donnerstag hin bis einschließlich Wochenende erwärmt sich die Luft wieder rasch auf für diese jahreszeitlich typischen Werte an die 30° C bei leichter Bewölkung und mäßigem Wind.
Überhaupt sorgt die leichte Brise der vergangenen Tage für nahezu optimale Wetterbedingungen in den Weinbergen. Zum einem verhindert der Wind eine zu starke Erwärmung der Luft. Dies geschieht sowohl in den Luftschichten, die unser Wetter bestimmen,
wie auch im kleineren Maßstab in den Weinbergen. Bekanntlich sind Temperaturen deutlich
über der 30° C Marke für das Rebenwachstum eher hinderlich. Zum anderen sorgt der Wind für
eine geringere Luftfeuchtigkeit bzw. mindert im geringen Maße den Pilzdruck.

Wasserversorgung Durch die gewittrigen Niederschläge einerseits und die zunehmende Austrocknung der Böden auf Standorten ohne Regen ist die Wasserversorgung derzeit sehr unterschiedlich. An den Begrünungen ist die Versorgungssituation am besten zu erkennen.
Auch wenn teils die Begrünungen schon braun geworden sind, ist in den Unterböden noch
genug Wasser vorhanden, um die Reben zu versorgen. Eine gute Wasserversorgung ist erkennbar am Zuwachs der Triebspitzen. Lediglich auf sehr leichten Böden bzw. in Junganlagen kann schon jetzt eine Bewässerung vorteilhaft sein, um eine Qualitätsverbesserung zu erzielen. Besonders gefährdet sind junge Hochstammreben (Nachpflanzreben) mit bereits erfolgtem Triebabschluss. Um das Blattwerk dort ausreichend vital zu halten, sollten ausreichende Wassergaben von ca. 10 l pro Rebe möglichst an die Wurzelzone erfolgen (rissern, lanzen oder eine kleine Kuhle ausheben). Kaum zu glauben, aber letzte Woche gab es noch einen Fall von Staunässe in einer Junganlage. Bei Schwachwuchs sollte also immer bis zur Wurzelzone gegraben werden, um sich ein genaues Bild der Bodenfeuchtigkeit machen zu können.
Auch wenn die Trockenheit im Getreide, besonders in Nord und Ostdeutschland, für manche
Landwirte schon existenzgefährdend ist, so ist der Weinbau im Süd-Westen Deutschlands, allen voran Rheinland-Pfalz in Sachen Dürre bislang gut weggekommen. Ein Blick auf den Dürremonitor (siehe Abb. 1) spricht hier Bände. Dieser spiegelt den aktuellen Zustand des Bodens (mittlere Tiefe: ca. 1,8 m) in 5 Trockenklassen in Deutschland wieder. Demnach sind die Böden in RLP derzeit noch überwiegend gut mit Wasser versorgt. Auch im Bereich der oberen 0,25 m Boden (Daten nicht abgebildet) sieht das Bild nicht viel anders aus.
Dennoch stünde in unserem Raum der ein oder andere Niederschlag den Reben gut zu Gesicht.
Längere Nässephasen oder ergiebigere Niederschläge in den nächsten Wochen würden letztendlich bei der enorm frühen Reife die Traubenfäulnis erheblich fördern. Daher sollten Bodenpflegemaßnahmen jetzt mit Bedacht durchgeführt werden, also Begrünungen vorrangig nur mulchen oder walzen. Bereits ein flaches Rissern kann schon später das Fass zum Überlaufen bringen. Hinsicht lich Trockenstress sind ältere Reben leidensfähig.
Der Winzer sollte hier nicht aus falsch interpretierter Fürsorge heraus handeln, sondern auf die Widerstandfähigkeit der Reben vertrauen. Die Rechnung wird immer erst bei der Lese gemacht und nicht sechs Wochen zuvor. Wo hoher Behang die Ursache ist, sollte umgehend beherzt zur Schere gegriffen werden.

BodenschichtLegende
Abb.1. Bodenschicht bis ca. 1,8 m Tiefe (Quelle: http://www.ufz.de/index.php?de=37937)

(Quelle: DKR Rheinpfalz)

Region Main-Tauber-Kreis – Stand: 11.07.2018

Nach dem kleinen Zwischentief mit moderaten Temperaturen werden die Temperaturen in den nächsten Tagen und voraussichtlich auch in der kommenden Woche wieder auf sommerliche Werte ansteigen. Gleichzeitig sind zumindest in dieser Woche keine nennenswerten Niederschläge in Sicht. Die Regenfälle am Ende der vergangenen Woche brachten aufgrund meist geringer Mengen nur selten Entspannung in Sachen Trockenstress. Lokal wurden jedoch auch Niederschlagsmengen bis zu 60 L/m² gemessen, glücklicherweise sind dabei im gesamten Gebiet keine weiteren Schäden durch Hagel etc. dazugekommen.
In Gebieten mit geringen Niederschlägen und wenig wasserhaltenden Böden sind in jüngeren Anlagen verstärkt Symptome von Trockenstress zu erkennen. Sofern eine Bewässerungsmöglichkeit besteht, kann mittels Tropfbewässerung über moderate Wassergaben im Bereich von 10 – 15 L/Stock der größte Wasserstress abgemildert werden. Auch wenn teils die Begrünungen schon braun geworden sind, ist in den Unterböden allerdings noch genug Wasser vorhanden, um die Reben in älteren Ertragsanlagen ausreichend zu versorgen. Sofern Überertrag als Auslöser für die Stresssituation verantwortlich ist, sollte umgehend regulierend eingegriffen und überhangene Anlage entsprechend entlastet werden. Das Bodenpflegemanagement sollte zudem auf allen Standorten auf wassersparende Bewirtschaftung ausgerichtet werden, Begrünungen sind demzufolge zu mulchen. Trotz der vorherrschenden Trockenheit sollte auf jegliche Bodenbearbeitung aufgrund des auftretenden Stickstoffschubes nach Niederschlägen und damit evtl. Fäulnisförderung verzichtet werden.
Hinsichtlich der Pilzkrankheiten zeigen sich die Bestände nach wie vor unkritisch, auch wenn lagenweise neue Ölflecken in der oberen Laubwandzone aufgetreten sind. Der Reifebeginn (Beerenverfärbung, Hell werden der Beeren) hat bei frühen Sorten bereits eingesetzt. Sonnenbrand wurde seither nur vereinzelt gesichtet.

(Quelle: WBI Freiburg)
Region Breisgau-Hochschwarzwald – Stand: 12.07.2018

Eine bis jetzt außergewöhnlich günstige Witterung hat zu solch vitalen und gesunden Laubwänden und Trauben geführt, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben. Die Beerenreife schreitet weiterhin zügig voran. In frühen Lagen beginnen beim Müller-Thurgau erste Beeren weich zu werden. Die Wasserbilanz ist derzeit zwar deutlich im Minus, trotzdem zeigen die meisten Rebanlagen im Markgräflerland keine kritischen Trockenstresssymptome. In Junganlagen und jüngere Anlagen, insbesondere auf bodenbedingten Trockenstandorten, muss man aber jetzt aufpassen. Wenn die Ranken beginnen zu hängen muss man umgehend handeln. Denken Sie auch daran, dass hohe Erträge mehr Wasser benötigen als geringe.
Die Wettervorhersage erwartet für die kommenden 10 Tage weiterhin sehr warmes und weitestgehend trockenes Wetter. Ab Mitte der kommenden Woche soll das Schauer- und Gewitterrisiko jedoch ansteigen. Ein Wetterumschwung mit flächendeckenden Regenfälle ist aber weiterhin nicht in Sicht.

(Quelle: WBI Freiburg)