Jahrgang 2017 – niedrige Mengen, steigende Preise

Ilona SchneiderNews

Mit einem historisch niedrigen Ergebnis geht die Weinernte in Europa zu Ende. Nach Schätzungen der COPA/COGECA (European Farmers/European Agri-Cooperatives) haben die Winzer in der EU mit 145 Mio. hl eine ihrer mengenmäßig kleinsten Weinernten eingefahren, hauptsächlich aufgrund extremer Witterungsbedingungen und des Klimawandels. Das Minus gegenüber dem Vorjahr beziffern die Organisationen mit 14%. Die diesjährige Weltweinernte fällt nach Angaben der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) ebenfalls historisch niedrig aus und soll geschätzt bei 246,7 Mio. hl liegen, das entspräche einem Rückgang von 8,2% gegenüber dem Vorjahr. In Europa sind laut OIV die Produktionszahlen der größten Weinerzeugerländer stark gesunken – Italien: -23% auf 39,3 Mio. hl, Frankreich: -19% auf 36,7 Mio. hl, Spanien: -15% auf 33,5 Mio. hl. Auch in Deutschland (8,1 Mio. hl, -10%) fallen die geschätzten Produktionszahlen niedrig aus. Das Deutsche Weininstitut rechnet für Deutschland sogar nur mit 7,46 Mio. hl. Dies entspräche einem Minus von rund 18% gegenüber dem Vorjahr (9,07 Mio. hl) sowie dem zehnjährigen Mittel der Jahre 2007 bis 2016 (9,05 Mio. hl). Portugal (+10% auf 6,6 Mio. hl), Rumänien (+64% auf 5,3 Mio. hl), Ungarn (+3% auf 2,9 Mio. hl) und Österreich (+23% auf 2,4 Mio. hl) sind die einzigen EU-Länder, in denen laut der Prognose der OIV die Weinerzeugung gegenüber 2016 gestiegen ist. Ein weiterhin hohes Produktionsniveau verzeichnen die USA (-1% auf 23,3 Mio. hl) und Südafrika (+2% auf 10,8 Mio. hl). Wachstum gibt es hingegen in Südamerika, insbesondere in Argentinien (+25% auf 11,8 Mio. hl) und Brasilien (+169% auf 3,4 Mio. hl). In Chile (-6% auf 9,5 Mio. hl) ist das Produktionsniveau weiterhin niedrig. In Australien (+6% auf 13,9 Mio. hl) zieht die Weinproduktion an, und in Neuseeland wird mit 2,9 Mio. hl (-9%) gerechnet. Mit der Weinqualität zeigt man sich in den meisten EU-Ländern zufrieden und erwartet „exzellente Weine“, heißt es bei der COPA/COGECA. Dort rechnet man mit einem Preisanstieg auf breiter Front, der aber für etliche Erzeuger nicht ausreiche, um die diesjährigen Verluste finanziell zu kompensieren. Zum weltweiten Weinkonsum im laufenden Jahr liegen noch keine endgültigen Daten vor. Laut Schätzungen der OIV dürfte dieser jedoch zwischen 240,5 und 245,8 Mio. hl liegen.

(Quelle: OIV, Faxline)