Status aus den Regionen

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Die südlichen deutschen Weinbauregionen haben die Ernte 2017 bereits abgeschlossen. In den nördlichen deutschen Gebieten ist sie noch in vollem Gange mit einem Abschluß wird in den nächsten zwei Wochen gerechnet.

Status – Region Pfalz:

Die Lese ist bis auf wenige edelsüße Spezialitäten weitestgehend beendet. Eine Tendenz zu immer früherer Reife ist offensichtlich. In den 1980er Jahren wäre 2017 als einer der „Jahrhundertjahrgänge“ in die Geschichtsbücher eingegangen. Im Jahrgang 2017 gab eine frühe und beschleunigte Vegetationsentwicklung mit zum Teil einem dreiwöchigen Vorsprung bei phänologisch bedeutsamen Entwicklungsstadien. Der Vegetationsvorsprung und die frostbedingt geringeren Erträge sorgten früh für hohe Mostgewichte. Der Fäulnisdruck bei frühen oder kompakten Sorten führte zu anfänglicher Lesehektik, auch weil frühe und mittelspäte Sorten zum gleichen Zeitpunkt lesereif wurden. Die weitgehend trockene und eher kühle Spätsommerwitterung ab Mitte September entschleunigte die Ernte. Die kühlen Nächte trugen zur stabilen Traubengesundheit spätreifender Sorten bei. In der Pfalz wurden insgesamt überdurchschnittliche Qualitäten bei leicht unterdurchschnittlichen Mengenerträgen geerntet.

(Quelle: DLR Rheinpfalz – 03.10.2017)

Status – Region Rheinhessen:

Die Lese neigt sich in vielen Betrieben schon dem Ende entgegen. Es wird weiterhin sehr überlegt gelesen. Anlagen in Top gesundem Zustand lassen noch einiges erwarten. Hier hat
die Aromareife erst langsam eingesetzt. Die Balance zwischen Mostgewicht, Gesamtsäure und Reifezeitpunkt muss sehr differenziert gefunden werden. Ein goldener Restseptember und
Oktober kann hier noch für Überraschungen sorgen. In vielen Betrieben ist alles möglich. Niedrige Mostgewichte gegenüber hohen Mostgewichten. Niedrige Säurewerte und mögliche
Säuerung gegenüber hohen Säurewerten und einer Entsäuerung. Jede Partie muss differenziert betrachtet werden.

(Quelle: DLR R-N-H – 20.09.2017)

Status – Region Mosel:

Die Rieslinglese ist in vollem Gange. Das sonnige Wetter führt weiterhin zu einer Mostgewichtszunahme, hinzukommen tendenzielle Konzentrationseffekte durch Eintrocknen der Beeren. Das stagniert auch insbesondere der Säuregehalt. Die analysierten Säuregehalte der Reifemessungen spiegeln die Gehalte der Säure in den Beeren wider. Der natürliche Weinsteinausfall während der Trauben- und Mostverarbeitung ist hierin nicht enthalten. Daher sind IHRE gemessenen Säuregehalte etwas aktuell in den Mosten meist geringer. Das sonnige Wetter hat auch die Entsäuerungslage etwas entspannt, da hierdurch bei intakten Beeren noch Äpfelsäure abgebaut wurde. Die Schere der Traubengesundheit geht indes weiter auseinander. Bei bereits intensivbefallenen Anlagen geht die Fäulnis mitunter stark voran. Tendenziell gesündere Anlagen profitieren zur Zeit vom sonnigen Wetter und zeigen eine weitere positive Reifeentwicklung. Achtung! Die Beeren werden weicher und die Beerenschale „dünner“. Da flächendeckend Botrytissporen vorhanden sind, kann sich die Beerengesundheit sehr schnell ändern. Daher die Parzellen weiterhin intensiv beobachten.

(Quelle: DLR Mosel – 28.09.2017)

Status – Region Franken:

Es sollte nun eine Sicherung der Erträge stattfinden, die nächsten Tage bringen dafür die stabilsten Vorhersagen. Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Anlagen und sichern Sie die Qualität Ihres Lesegutes. Ein weiterer Reifezuwachs ist bei den unstetigen Prognosen kaum zu erwarten. Die bläuliche Verfärbung der Beeren ist ein deutlicher Hinweis, dass ein schnelles Handeln vor dem angekündigten Regen erforderlich ist.

Endvergärungsgrad:

Oftmals ist das Gärende und die vollständige Vergärung des Zuckers erst bei einem Spindelwert unter -5 Oechsle erreicht. Am Refraktometer ist bei durchgegorenen Weißweinen meist bei einem Mostgewicht von 26°Oe der Zucker vollständig vergoren. Bedenken Sie dies bei der Einschätzung von Gärende und Endvergärung. Sichere Werte über den Restzucker und somit den Vergärungsgrad liefern die Zuckerbestimmung nach Rebelein, die FTIR-Analyse oder der Clinitest.

(Quelle: Weinbaufax Franken – 28.09.2017)

 

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