Status aus den Regionen – Reifedaten

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Allgemeine Situation:
Nachdem die Witterung in der vergangenen Woche weiter die positive Entwicklung genommen hat, die erhofft worden war und bei der Mehrzahl der Betriebe nun die Wartezeit der Pflanzenschutzmittel abgelaufen ist, beginnt heute und morgen für viele Betriebe die Hauptlese. In Anbetracht des Gesundheitszustandes mancher Portugieser – Anlagen, aber auch des Müller Thurgau, stehen diese beiden Rebsorten zusammen mit Regent und Dornfelder im Fokus. Die kompakten Trauben und mancherorts auch die Kirschessigfliege begünstigen die negative Entwicklung beim Portugieser. Hier sollte die teilweise vorhandene Essigfäule
durch eine negative Vorlese entfernt werden. Bei den späteren Sorten sieht es derzeit immer noch sehr gut aus, auch wenn Botrytis vereinzelt sichtbar ist. Aufgrund der kleinen Beeren ist die Zuckerreife weit fortgeschritten und zwingt teilweise zur Lese. Wie bereits mehrfach angesprochen, steht uns eine schnelle Lese bevor, da nahezu alle Rebsorten gleichzeitig reif werden. Entscheidend ist eine schnelle, überlegte und konsequente Lese, da nicht vorhersehbar ist, wann die günstige Witterung
umschlägt. Die Unterschiede im Behang zwischen den verschiedenen Gemarkungen können beträchtlich sein, da die Regenfälle in der gesamten Vegetationsperiode sehr ungleich verteilt waren. Die Ernteergebnisse der letzten Woche zeigen, dass mit moderaten bis deutlichen Ertragsrückgängen dem gegenüber 2016 gerechnet werden muss.

Flüchtige Säure:

Ist  der Geruch schon im Weinberg festzustellen, sollte vor der Lese immer eine Mostprobe zur Bestimmung der flüchtigen Säure ins Labor gebracht werden! Da KEF-Befall zu Saftaustritt führt ist der Gehalt an flüchtiger Säure in dem frei ablaufenden
Saft immer deutlich höher als in der homogenisierten Maische. Der Gehalt von Rotweinmaischen kann durch einen einfachen Saftentzug mit einem Torpedo oder bei einem Maischewagen durch innenliegende Siebe deutlich verringert werden. Maische und Most haben keinen gesetzlichen Grenzwert für flüchtige Säure, allerdings führt die Weiterverarbeitung eines solchen
Saftentzuges zu Gehalten, die oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte im fertigen Wein liegen könnten.Bei Maischeproben ist darauf zu achten, dass wirklich alle Beeren gequetscht werden. Bei hohen Werten sind Saftentzug und die verbleibende Maische einzeln zu untersuchen. Bei der Süssreservebereitung sollte eine Durchschnittsprobe vor der SO2-Gabe zur Stummschwefelung gezogen werden, weil sonst die Bestimmung der flüchtigen Säure erschwertist. Eine korrekte Kellerwirtschaft kann ein Anstieg während des Weinausbaus verhindern, eine Abnahme der flüchtigen Säure ist jedoch nicht möglich. Der Ausgangsgehalt des Mostes findet sich im fertigen Wein. Hefen, die flüchtige Säure abbauen können, gibt es nicht. Die sensorische Wahrnehmung (Schwellenwert) für flüchtige Säure beginnt im fertigen Weißwein bei ungefähr 0,6 g/L und im Rotwein bei ungefähr 0,9 g/L. Der sensorische Schwellenwert ist der eigentliche Grenzwert für die Fragestellung: Lohnt sich die Weiterverarbeitung?

Reifedaten

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