Herbstinfo zur Öko-Weinbereitung

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Wichtige Links:
1. Zur „Öko-Kellerrichtlinie“
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:071:0042:0047:DE:PDF
(Am Ende dieser Datei finden Sie alle Weinbehandlungsmittel aufgelistet, die bei der Öko-Weinbereitung eingesetzt werden dürfen)
2. Zur Liste der bio-zertifizierten Weinbehandlungsmittel
https://www.kontrollverein.de/fileadmin/docs/Weinbehandlungsmittel_OEko_170904.pdf
Hier finden Sie Weinbehandlungsmittel, die gemäß Auslobung aus ökologischen Ausgangsstoffen gewonnen wurden.
Die Gewähr für die entsprechende Einsetzbarkeit seiner Produkte muss immer der Hersteller / Lieferant übernehmen!
Grundsätzlich gilt:
• Die Öko-Vorgaben für die Erzeugung
gelten für den gesamten Erzeugerbetrieb, sofern Öko-Fördermittel in Anspruch genommen werden.
Alle Flächen müssen dann öko-konform bewirtschaftet werden (ggf. müssen zudem auch alle Tiere wie Pensionstiere, Reitpferde etc., die zum landw. Unternehmen gehören, öko-konform gefüttert und gehalten werden), ansonsten entstehen konventionelle Produktionseinheiten, die förderschädlich sind.
(Gemäß EG-ÖKO-VO ist dagegen eine klar abgetrennte, eine andere Kultur betreffende, konventionelle Produktionseinheit im selben Unternehmen unter bestimmten Bedingungen möglich. Ein Bezug von Öko-Fördermitteln ist unter diesen Voraussetzungen aber nicht möglich.)
• Die Flächenangaben auf dem amtlichen FNN und die bei uns gemeldeten Flächen müssen übereinstimmen!
Es müssen jeweils alle vom Betrieb bewirtschafteten Flächen aufgeführt werden
(Es genügt nicht, nur die Weinbauflächen oder nur die Flächen auf denen Öko-Produkte erzeugt werden sollen, anzugeben)
• Die Öko-Vorgaben für die Verarbeitung (z.B. zur Öko-Kellerwirtschaft) gelten immer nur dann, wenn das Produkt später mit Öko-Hinweisen vermarktet werden soll.
• Mitgliedsbetriebe der Öko-Landbauverbände müssen zudem die ggf. restriktiveren Verbandsvorgaben beachten.

Bitte beachten Sie insbesondere:
1. Kupfersulfat ist seit dem 31.07.2015 in der Bio-Weinbereitung nicht mehr zugelassen
Zur Beseitigung eines geschmacklichen oder geruchlichen Mangels darf seit dem 31.7.2015 nur noch Kupfercitrat eingesetzt werden.
2. Zur Klärung sind Proteine pflanzlichen Ursprungs  aus Weizen oder Erbsen, nicht aber Kartoffelproteine zugelassen
(da Kartoffelproteine noch nicht in den Anhang der VIII a der Öko-VO aufgenommen wurden)
3. Heferindenpräparate
nur Bio-zertifizierte Heferindenzubereitungen (gemäß Nr. 15 Anhang I A der „Oenologie-VO (EG) Nr.606/2009) dürfen eingesetzt werden
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass diese Produkte wie alle Hefezellwandpräparate nur eine geringe nährende Wirkung auf die Gärhefen haben.
NICHT bei der  Bio-Weinbereitung eingesetzt werden dürfen dagegen derzeit:
Inaktivierte Hefen und Hefeautolysate (gemäß den neuen Ziffern 51 und 6 im Anhang I A der „Oenologie-VO (EG) Nr.606/2009; geändert durch VO (EU) Nr. 1251/2013).
Dies gilt auch für bio-zertifizierte Produkte! (Einige Anbieter haben Bio-zertifizierte Heferindenpräparate im Programm, die zwar aus Bio-Ausgangsstoffen bestehen, aber dennoch nicht in der Bio-Weinbereitung eingesetzt werden dürfen!)

7. Weinbehandlungsmittel
Nur die im Anhang VIII a der VO (EG) Nr. 889/2008 genannten Erzeugnisse und Stoffe sind bei der Öko-Weinbereitung im Rahmen der weingesetzlichen Vorgaben zulässig (Positivliste!)
Neue Präparate, die (noch) nicht in den Anhang VIII a der EG-Öko-VO aufgenommen wurden, sind grundsätzlich bei der Bio-Weinbereitung nicht zulässig; z.B. Kartoffelproteine zur Klärung!

8. Welche Weinbehandlungsmittel müssen zertifizierte Bio-Produkte sein?
Speisegelatine, Eieralbumin, Gummiarabicum, Heferindenzubereitungen und bestimmte individuelle Hefestämme (sowie Tannine, Proteine pflanzlichen Ursprungs aus Weizen und Erbsen, Hausenblase),  müssen aus ökologischen Ausgangsstoffen stammen, wenn entsprechende Produkte verfügbar sind.
Bitte informieren Sie sich über die am Markt verfügbaren Bio-Erzeugnisse (siehe Link oben).
Die Wahlfreiheit bezüglich des individuellen Hefestammes bleibt erhalten!
Nicht zulässig ist somit nur der Einsatz solcher Hefen, bei denen es eine Öko-Variante am Markt gibt
(z.B. „Lavin EC 1118“ oder „Lalvin ICV Okay“) d.h. nur Lalvin EC1118 Bio und Lalvin ICV Okay Bio  darf angewendet werden.

9. Verbotene Verfahren
– Thermische Behandlung ist nur bis maximal 70 °C zulässig;
(Maischeerhitzung, Herstellung von Süßreserve!)
– Physikalische Entschwefelung ist nicht zulässig   (Süßreserve!)

10. Schwefelwerte:
Bei Weinen mit Restzucker unter 2 g/l darf der Gesamt-Schwefeldioxidgehalt bei Rotweinen 100 mg/l, bei Weiß- und Roséweinen 150 mg/l nicht übersteigen.
Bei allen anderen Weinen gelten die gesetzlichen Werte (Stand 1.8.2010) abzüglich 30 mg/l.
Diese Gesamtschwefeldioxidgrenzwerte dürfen zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens zum unmittelbaren menschlichen Verbrauch nicht überschritten werden!

11. Weinlabore / Bezugsquellen für Bio-Weinbehandlungsmittel
Bitte lassen Sie sich beim Bezug von bio-zertifizierten Weinbehandlungsmitteln eine Kopie der Bescheinigung nach Artikel 29 des Lieferanten (Händler, Weinlabor) aushändigen und führen Sie eine entsprechende Wareneingangsprüfung durch.
(Händler von bio-zertifizierten Weinbereitungsmitteln, die noch nicht zertifiziert sind, können Sie gerne an uns verweisen; Aufwand und Kosten für eine Zertifizierung sind hier überschaubar)
Bitte informieren Sie Ihr Weinlabor darüber, wenn Sie die untersuchten Weine später mit Bio-Auslobung vermarkten wollen.
Das Labor kann dann bei der Beratung die Fragen der Zulässigkeit von Weinbehandlungsmitteln und der Einhaltung der Schwefelgrenzwerte für Bio-Weine berücksichtigen.
12. Kennzeichnung
Für Öko-Weine seit dem Jahrgang 2012 verpflichtend:
EU-Bio-Logo + Codenummer der Kontrollstelle + Herkunftsbezeichnung der landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe
Wir empfehlen, die drei Kennzeichnungselemente immer als „Block“ anzugeben.

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