Status aus den Regionen

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Region Rheingau – Stand 21.08.2017

Inzwischen findet man in fast allen Weinbergen Botrytis. Die Trauben sind sehr kompakt und quet-schen sich ab. In frühen Sorten kommt noch ein teils massiver Wespenfraß hinzu. Zu hoffen bleibt, dass das Wetter uns jetzt unterstützt und die Ausbreitung der Botrytis etwas verlangsamt. Am heutigen morgen habe ich noch einige Winzer gesehen, die ein Botrytizid in die Traubenzone ausgebracht ha-ben. Achten sie hierbei unbedingt auf die Wartezeiten der eingesetzten Botrytizide. Den größten Erfolg zum jetzigen Zeitpunkt gegen Botrytis, erreichen sie mit einer guten Durchlüftung der Anlagen, wie wir es letzte Woche im Wetterfax schon beschrieben haben. Den Erfolg dieser Maßnahmen kann man sehr deutlich erkennen. Weinberge, die nicht entblättert sind und bei denen der letzte Laubschnitt, bzw. das letzte Mulchen schon länger her ist, weißen einen größeren Befall an Botrytis auf, als Weinberge, die entblättert sind und die Begrünung gepflegt ist. Mulchen sie die Begrünung aber nicht zu tief ab, so dass sie noch in der Lage ist Wasser aus dem Boden zu verdunsten. Ein „englischer Rasen“ hat dafür zu wenig Blattfläche.

Die Entwicklung der Trauben und der Mostgewichte geht zügig weiter. Wie sie aus den folgenden Ta-bellen ersehen können hat der Riesling in einer Woche im Durchschnitt 13° Oechsle zugelegt und der Spätburgunder 8° Oechsle. Daraus ergibt sich weiterhin ein deutlicher Vorsprung zum langjährigen Mittel. Frühburgunder, die in allen Gemarkungen teilweise starken Wespenfraß aufweisen, haben langsam Mostgewichte, bei denen man über eine Lese ernsthaft nachdenken sollte.

 

Weißweinrebsorten_Rheingau 21.08.2017

Rotweinrebsorten_Rheingau 21.08.2017

(Quelle: Weinbauamt Eltville -21.08.2017)

Region Rheinpfalz – Stand 22.08.2017

Die Entwicklung der Reben liegt hat sich in der vergangenen Woche deutlich beschleunigt. Die Mostgewichte sind meist zweistellig gestiegen. Mit Ausnahme des Dornfelders, Portugiesers und des Rieslings liegen alle Rebsorten im Durchschnitt im Qualitätsweinbereich. Allerdings kann der Abstand zwischen der reifsten und der unreifsten Anlage durchaus 20° bis 23° Oechsle betragen, was auf ein unterschiedliches Ertragsniveau schließen lässt. Die Säurewerte sind im erwarteten Bereich gefallen und liegen nun durchschnittlich 3 bis 4 g/L unter den Werten der Vergleichsperiode 1998 bis 2016. Die vor uns liegende sonnige Woche wird die Reifeentwicklung weiter vorantreiben. Die Botrytis hat sich bei den sehr frühen Sorten weiter ausgebreitet und hat bei den von uns beprobten Ortega – Anlagen durch Konzentrierungseffekte und die zunehmende flüchtige Säure sogar zu einem Anstieg der titrierbaren Säure geführt. In vielen Fällen sind nicht nur die kompakte Packung der Trauben der Auslöser, sondern auch Schäden durch Wespen, Mäuse und Ohrwürmer. Die Wunden werden in der Folge durch die heimische Essigfliege, Drosophila melanogaster angeflogen, die die Bildung von essigfaulen Nestern beschleunigt. Auch bei Dunkelfelder und Frühburgunder wird bereits von zunehmender Botrytis berichtet. Die Befallszahlen durch die Kirschessigfliege steigen seit dieser Woche deutlich an. Lokal wurde die Kirschessigfliege bereits in stärkerem Umfang festgestellt und die Leseplanung entsprechend vorgezogen. Die vorhergesagt trocken-warme Periode wird die Reifeentwicklung weiter vorantreiben. Dies scheint bei den sich abzeichnenden Bedingungen nicht die schlechteste Lösung zu sein. Ein schneller Herbst wäre die logische Folge eines warmen Jahres. Die Qualität des Lesegutes wird davon abhängen, inwieweit es gelingt, die negativen Faktoren zu begrenzen. Mittel der Wahl sind zum jetzigen Zeitpunkt nur noch die Entblätterung, die negative Vorlese und die selektive Handlese. Wo im Vorfeld entsprechende Maßnahmen getroffen wurden, sind gerade in diesem Jahr sehr gute Qualitäten möglich.

Die nochmals beprobten Ortega-Anlagen haben im Durchschnitt 87°Oe erreicht. Allerdings sind verbreitet massive Schäden durch Fäulnis und in der Folge auch flüchtige Säure festzustellen. Dafür sprechen auch der hohe pH Wert und die angestiegene titrierbare Säure. Eine Ernte sollte, wenn möglich, umgehend erfolgen. Müller-Thurgau liegt im Durchschnitt bei guten 65°Oe und damit 11°Oechsle über unserem Mittel der Vergleichsjahre 1998 bis 2016, die titrierbare Säure liegt aber auch bereits 3,3 g/L darunter. Die Botrytis macht sich allerdings in einigen Anlagen bereits bemerkbar. Weiß- und Grauburgunder haben in der vergangenen Woche enorm aufgeholt und um 13° bis 15° Oechsle zugelegt. Allerdings ist beim Weißburgunder der Unterschied zwischen den Anlagen mit 23° Oechsle besonders groß. Die titrierbare Säure ist hier noch weit weg von der Lesereife, aber auch hier liegen die Säurewerte bereits nahezu identisch um 3,3 g/L unter unseren Vergleichswerten. Der Riesling hat in der vergangenen Woche mit einem Anstieg um 15° Oechsle und einer Minderung der Säure von 7,1 g/L die stärkste Entwicklung gezeigt. Die Trauben werden weich und durchscheinend. Mit 58° Oechsle liegt er 14°Oe über dem Mittel der Vergleichsjahre, die titrierbare Säure steht bei 22,2 g/L. Sauvignon blanc erreicht bereits 72°Oe bei 15,6 g/L titrierbarer Säure. Auch hier gab es einen starken Zuwachs von durchschnittlich 13° Oechsle in der vergangenen Woche. Die Säure hat sich mit 4,9 g/L nochmals um ein Viertel verringert. Die frühe Lese Anfang September wird wahrscheinlicher. Regent hat bereits 71°Oe erreicht, bei einer durchschnittlichen titrierbaren Säure von 10,6 g/L. Portugieser erreicht im Durchschnitt 57°Oe. Die reifsten Anlagen liegen bei 69°Oe, die unreifsten Weinberge bei 50° Oechsle. Die titrierbare Säure ist um 3,3 g/L gefallen und liegt nun bei 11,3 g/L. Bei Dornfelder hat die beste Anlagen mit 78°Oe bereits die Qualitätsweingrenze überschritten. Der Durchschnittswert liegt bei 63°Oe, bei einem Zuwachs von 9°Oe in der vergangenen Woche. Auch die Anlage mit dem geringsten Mostgewicht von 55°Oe wird aller Voraussicht nach sicher den Grenzwert von 68°Oe erreichen können. Spätburgunder liegt mit 68°Oe noch 12°Oe über dem Schnitt der Vergleichsjahre 1998 bis 2016. Für Sektgrundwein könnte es nächste Woche reichen.

Reifemessung Rheinpfalz 21.08.2017

 

Federweißer
Die Lese der frühen Rebsorten hat begonnen, da viele Betriebe die gute Reife der Frühsorten nutzen, um rechtzeitig Federweißen anbieten zu können, aber auch, weil die Fäulnis massiv voran schreitet. Seit 2009 ist Federweißer ein traditioneller Begriff, der nur in Verbindung mit der geografischen Angabe des Landweingebietes verwendet werden darf. Traditionelle Begriffe
müssen in der Hektarertragsregelung als Landwein abgeschrieben werden. Das Gleiche gilt für alle anderen Begriffe, die traditioneller Herkunft sind, wie „Bitzler“, „Suser“ etc. Der Begriff „Neuer Wein“ kann nicht mehr verwendet werden. Bei der Bezeichnung „Pfälzer Federweißer“ muss die Angabe „deutscher teilweise gegorener Traubenmost“ immer hinzugefügt werden. Der Alkoholgehalt wird am besten als „Gesamtalkoholgehalt nach Vergärung“ angegeben. Die Angabe „Abfüller“ ist obligatorisch und kann nun auch mit der Bezeichnung „Weingut“ verbunden sein. Die Angabe „Erzeugerabfüllung“ hingegen ist nicht möglich. Nennvolumen und Losnummer sind obligatorisch anzugeben. Wenn „Pfälzer Roter Federweißer“ angegeben werden soll, dann kann dies nur mit der Bezeichnung „Pfälzer“ erfolgen. Die Bezeichnung „Federroter“ dagegen kann nur ohne die geographische Angabe, also ohne „Pfälzer“, erfolgen. Auch hier muss die Angabe „deutscher teilweise
gegorener Traubenmost“ immer hinzugefügt werden. Ein Hinweis auf das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist vorgeschrieben. Im Hinblick auf die Gärung ist von einer Haltbarkeit unter drei Monaten auszugehen, so dass als MHD Tag und Monat anzugeben sind. Das MHD kann dann durch die Beschreibung der Aufbewahrungsbedingungen ergänzt werden, z.B. wie folgt: „gekühlt mindestens haltbar bis… (Tag und Monat)“ Ein Merkblatt zur richtigen Etikettierung von Federweißen findet sich auf der Internetseite des Landesuntersuchungsamtes unter Service/
Downloads/Weinüberwachung oder unter den folgenden Link: www.lua.rlp.de/downloads/weinueberwachung.

(Quelle: DLR Neustadt – 22.08.2017)

Region Franken – Stand: 22.08.2017

Die sonnigen, trockenen Tage mit den kühlen Nächten haben die Fäulnisentwicklung etwas gebremst. Jetzt wird es wieder wärmer und auch die Temperaturen in der Nacht steigen an. Am Wochenende sind hohe Temperaturen über 30°C und schwülwarme Witterung vorhergesagt. Daraus kann sich auch mal ein Schauer oder Gewitter entwickeln. Für die kommende Woche ist die weitere Wetterentwicklung noch unklar. Eine Fortdauer der schwülwarmen Witterung, aber auch eine Abkühlung wie in dieser Woche ist möglich. Andauernde Regenfälle und Nässe werden aber nicht erwartet. Jede Beschädigung der Beeren kann jetzt schnell zur Fäulnis führen. Schützen Sie daher gefährdete Flächen vor Vogel- und Wespenfraß. Auch bei Arbeiten in der Traubenzone (Entblättern, Ertragskorrektur, Ausschneiden fauler Trauben) dürfen intakte Beeren nicht beschädigt werden. Gegen das Ab- und Aufdrücken der Beeren in kompakten Trauben gibt es jetzt keine Gegenmaßnahme mehr – außer einer selektiven Vorlese.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *