Historische Rebsorten wieder interessant

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Forscher und Historiker versuchen herauszufinden, was vor einem halben Jahrtausend in den Weinbergen wuchs – wahrscheinlich im sogenannten gemischten Rebsatz, also verschiedene Rebsorten durcheinander. Sicher habe man zu Luthers Zeiten die heute noch getrunkenen Muskateller und Gutedel gekannt. Andere alte Sorten mit klingenden Namen wie Süßschwarz, Hartblau und Möhrchen werden gerade wieder im Sortiment des Instituts für Rebenzüchtung gepflanzt. Es gibt inzwischen eine kleine, aber wachsende Szene, die sich mit historischen Rebsorten beschäftigt, wie Gänsfüßer, Tauberschwab Hammelhoden und Heunisch. Die Winzer müssen aber im Weinberg erst noch Erfahrung mit den Sorten sammeln. Diese Menschen sehen das kulturelle Erbe nicht nur in alten Burgen und Schlössern, sondern auch in Ess- und Trinkgewohnheiten, als Teil der zunehmenden Rückbesinnung auf Traditionen.
In Deutschland stehen heute vier Rebsorten – Riesling, Müller-Thurgau, Spätburgunder und Dornfelder – auf mehr als der Hälfte der Anbaufläche. Um dennoch eine große genetische Variabilität zu haben, pflegen Institute wie das in Geisenheim oder in Geilweilerhof große Sammlungen mit Hunderten verschiedenen Sorten. Natürlich ist das nur eine Nische im Weinmarkt – stärkt aber Biodiversität und regionale Identität; nach dem Motto: Je größer der Genpool, desto wertvoller für die Züchtung.

Historische Rebsorten

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