Status aus den Regionen

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Region Pfalz – 18.07.2017

Frühreifende rote Sorten wie Dunkelfelder, Regent und Frühburgunder zeigen erste rote Bäckchen an den Beeren. Der Farbumschlag wird in Kürze erfolgen. Somit lässt sich ein erster Herbstausblick wagen. Vergleichbar frühe Jahre waren 2011 und 2015, noch früher waren die Jahre 2003 und 2007 mit sehr heißen Sommern. Lesen für Federweißer werden ab Mitte August erfolgen können, wenn die Trauben in einem dafür ausgewogenen Verhältnis aus Mostsäure und Zuckergehalt liegen. In Anbetracht des Reifevorsprungs muss mit einem allgemeinen  Lesebeginn voraussichtlich ab 10. September gerechnet werden. Je nach Behang, Verwendungszweck und Sorte auch früher. Dies gilt insbesondere für die Sorte Frühburgunder, die in der Regel Ende August bereits ihren optimalen Reifegrad erreicht hat. Da dieses Jahr durch den Spätfrost und durch einen unterschiedlichen Ansatz von Trauben die Erntemengen stark schwanken können, wirkt sich dies auch auf die Reifeentwicklung aus. Früher reifende Sorten werden nicht zwangsläufig auch als erstes gelesen. So können reichlich behangene Müller-Thurgau oder Portugieser Weinberge länger zur vollen Ausreife benötigen. Burgundersorten mit schwachem Behang müssen entsprechend früher geholt werden, wenn die Mostgewichte sonst zu hoch ausfallen würden (Sektgrundwein). Auch Rieslingweinberge in frühen Lagen bergen aufgrund des Fäulnis- und Platzverhaltens Unwägbarkeiten bei der vorausschauenden Leseplanung. Die Auswirkungen des Spätfrostes (frühere Reife der Trauben der ersten Generation und spätere Reife der Nachzügler-Trauben) müssen berücksichtigt werden. Erste amtliche Reifemessungen stehen ab Anfang August zur Verfügung und werden über den weinbaulichen bzw. kellerwirtschaftlichen Aufruf bekannt gegeben.

(Quelle: DLR Rheinfpalz)

Region Rheingau – 18.07.2017

Nach der kurzen Abkühlung am Wochenende geht es jetzt wieder mit sommerlichen bis hochsommerlichen Temperaturen weiter, sodass das Tempo der Rebentwicklung unverändert hoch bleibt. Frühe Sorten in warmen Lagen haben schon die Grenze zum Reifebeginn (= 25° Öchsle) überschritten, so wie der hier im Foto gezeigte Frühburgunder aus Hochheim, der bereits schon letzte Woche begonnen hat sich zu verfärben und heute Morgen schon 47°Öchsle (!) erreicht hatte. Damit bewegen wir uns heute etwa im Bereich des Jahres 2014.

(Quelle: Weinbauamt Eltville)

Region Franken – Stand 17.07.2017

Die Sommerhitze kommt in dieser Woche zurück. Am Mittwoch steigen die Temperaturen auf über 35°C und bleiben bis zum Wochenende sommerlich heiß. Hitzegewitter sind dabei jederzeit möglich. Somit wird die rasante Beerenentwicklung weitergehen. Die Beerengewichte liegen bereits im Bereich von 0,8 Gramm bei Müller-Thurgau, Silvaner (Auswertung Weinbauring) mit weiter steigender Tendenz. Somit haben die Beeren in zwei Wochen ihr Gewicht fast vervierfacht. Frühe Sorten werden in der kommenden Woche bei Rotweinen bereits verfärben und erste Beeren weich werden. Daher kann die Abschlussbehandlung für die erste Augustwoche eingeplant werden. Wegen dem guten Blüteverlauf und den optimalen Wachstumsbedingungen sind in diesem Jahr in vielen Anlagen sehr kompakte Trauben herangewachsen. Bereits jetzt drücken sich Beeren ab und bei den feuchten Bedingungen zeigten sich erste Botrytisnester. Jetzt besteht nur noch wenige Tage die Möglichkeit durch Traubenteilung den Druck von den Beeren zu nehmen. Hohe Kernzahlen in den Beeren lassen hohe Einzelbeeren- und damit auch hohe Traubengewichte erwarten. Die Gefahr des Abdrückens verschärft sich hierdurch nochmals. Die Beobachtung, dass verstärkt Beeren aufplatzen kann einerseits durch mechanische Verletzungen (leichter Hagel) aber auch durch das schnelle Wachstum erklärt werden.

(Quelle: Weinbauring Franken)

Region Heilbronn – Stand 19.07.2017

Bei sommerlich warmen bis heißen Temperaturen geht das Rebwachstum weiter. Laut Wettervorhersage nimmt in den nächsten Tagen die Schauer und Gewitterwahrscheinlich zu. Vereinzelt kann auf extremen Trockenstandorten erste Trockenstresssymptome festgestellt werden. Dies betrifft vor allem Junganlagen. Aufgrund des schnellen Wachstums, sind zurzeit aufgeplatzte Beeren zu finden. Häufig an Burgundersorten. Grundsätzlich ist dies unproblematisch da die Wunde verschorft. Es sind keine gesonderten Maßnahmen notwendig. Die Maßnahme „Traubenteilen“ kann in kompakten Sorten zur Botrytisbekämpfung noch durchgeführt werden. Diese Maßnahme eignet sich vor allem auch bei stiellähmeanfälligen Sorten durch Abschneiden der Traubenspitze. Mit dem nahenden Reifebeginn schließt sich das Fenster für diese Maßnahme, denn mit der Einlagerung von Zucker können Verletzungen an Beeren die Fäulnis begünstigen. Eine gute Belichtung und Belüftung der Traubenzone hat positive Effekte auf pilzliche aber auch tierische Schaderreger wie Ohrwurm und Essigfliegen. Stehen Entblätterungsmaßnahmen noch aus, wird empfohlen diese momentan nur moderat durchzuführen. Besonders in Anlagen in denen bisher nicht entblättert wurde ist die Sonnenbrandgefahr nun bis zum Farbumschlag am größten. Sobald sich die Trauben verfärben, kann dann wo nötig, mit der Ertragsregulierung durch Entfernen ganzer Trauben begonnen werden. Bevorzugt werden Trauben mit sichtbarem Reiferückstand und an Kurztrieben entfernt. In Junganlagen ohne Ertrag werden Pflanzenschutzmaßnahmen noch bis Anfang September empfohlen, um möglichst lange gesundes und aktives Laub für eine gute Holzreife zu erhalten. Peronospora ist weiterhin auf niedrigem Niveau und bei Oidium hat sich der Befall nicht großflächig ausgedehnt, sondern bleibt lokal auf Einzelflächen begrenzt. Der Spritzabstand in unkritischen Beständen kann momentan bei 12- 14 Tagen liegen. Wartezeiten der eingesetzten Mittel beachten. Die Abschlussbehandlung sollte bis spätestens zum ersten Augustwochenende (04./05. August) erfolgt sein.

(Quelle: WBI Freiburg)

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