Frostschäden 2017 und 10-Tage Wettervorhersage

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Die schlimmsten Befürchtungen der vergangenen Witterungsprognosen sind eingetreten. Einige Anbaugebiete wie Mosel, Ahr, Rheinhessen, Württemberg und Baden verzeichnen zum Teil verheerende Schäden durch Minustemperaturen in der Nächten 19.04, 20.04. und 21.04.2017 auf.
Die ersten Reaktionen sind sehr unterschiedlich und werden auch unterschiedlich interpretiert. Die Spannbreite geht sehr weit auseinander und anfänglich großflächig vermutete Totalausfälle bleiben zum Glück die Ausnahme. Ausfallraten zwischen einigen (5 – 10%), bis hin zu katastrophalen Ausfällen in den dafür bekannten Frostlöchern (95 %) sind aufzufinden.
Dies ist zurückzuführen auf die Topographie und die daraus resultierende Fließrichtung der Kaltfront. Während es in Hang- und Steillagen teilweise zu einem Abfließen kam und somit nicht zu einem extremen Stau der Kaltluft, können hier weitaus geringere Schäden als in Flachlagen verzeichnet werden. Keinerlei Aussagen kann jedoch über die Anfälligkeit unterschiedlicher Triebe in den verschiedenen Austriebstadien getroffen werden. Vorzufinden sind auch komplett unterschiedliche Schäden an Anlagen, die „auf Stamm“ geschnitten sind. Es sind auch teilweise nur die untersten und obersten Triebe erfroren, die mittleren Triebe jedoch gesund (bei vorherrschenden Temperaturen müssten alle Triebe zerstört sein). Direkt angrenzende Reben weisen komplett gegenteilige Schäden auf.

Einschätzungen Region Baden-Württemberg:

Nach starken Frosteinbrüchen in der vergangenen Woche rechnet der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk (CDU) beim Obst- und Weinbau inzwischen mit Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Laut den baden-württembergischen Behörden sind in diesem Jahr in dem Bundesland rund 7.000 ha von 28.000 ha Weinreben sowie 6.000 von 11.000 ha Obstbauflächen stark geschädigt worden. Damit dürfte Baden-Württemberg das nach bisheriger Sichtung am stärksten betroffene Weinbauland sein und der Frost als schwerwiegender Jahrhundertfrost in die Annalen eingehen. Die Weinbauverbände klagen insbesondere über Totalausfall im Taubertal. Im Weinsberger Tal sowie in der Region Hohenlohe seien Ertragseinbußen zwischen 80 und 100% zu erwarten. Im Stadtkreis Heilbronn geht der Weinbauverband von einem Minus in Höhe von 60 bis 70% aus. Aber auch das Remstal wurde mit einem geschätzten Ertragsausfall von rund 60% schwer getroffen, in der Region Zabergäu/Stromberg geht man von einem Minus von ca. 50% aus. In allen Regionen gebe es Rebanlagen mit Totalschäden. Fest steht ausweislich einer Meldung des Geschäftsführers des badischen Weinbauverbands, Peter Wohlfahrt, dass ca. 25% der badischen Rebfläche bis zu 75% und mehr geschädigt sind. „Nur wenige haben keine Schäden gemeldet“, sagte der Präsident des Badischen Weinbauverbands, Kilian Schneider. Gemeinsam fordertet er wie sein Kollege Hermann Hohl (Weinbauverband Württemberg) ein finanzielles Hilfsprogramm für die betroffenen Winzer. Auch in anderen deutschen Weinbaugebieten schreiten die Schadensbegutachtungen voran.

Einschätzungen Region Rheinland-Pfalz:

Der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing hat sich gemeinsam mit Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, und Klaus Schneider, Weinbaupräsident der Pfalz, sowie Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, in Appenheim und Bad Dürkheim zum Ausmaß der Schäden informieren lassen. Derzeit sei das Ausmaß der tatsächlich eintretenden Schäden noch schwer zu quantifizieren. Die Winzer müssen auf Kompensationsreaktionen der Reben hoffen. In Rheinhessen wurden vor allem die tieferen Lagen der Rheinebene von Oppenheim bis Worms stark geschädigt (80 bis 100%). Die Hanglagen der Rheinfront sind nach ersten Einschätzungen erstaunlich gut davongekommen (10 bis 20%). Auch in anderen Regionen scheint es zunächst auf diese Faustformel hinauszulaufen: Tiefe Lagen stark geschädigt, je nach Hangneigung dann geringere bis kleine Schäden. Dabei dürfte von allen Rebsorten in Rheinhessen wohl der Dornfelder am gravierendsten betroffen sein. Seriös einschätzen lassen sich die Schäden bislang noch nicht. Vielerorts werden die Beiaugen austreiben. Es zeichnet sich dann aber eine schwierige Ernte ab, bei der die Trauben an den verschonten Trieben rund drei Wochen früher reif sein dürften als die Früchte an den Nottrieben.

10-Tage-Vorhersage für Deutschland Mittwoch, 03.05.2017 bis Mittwoch, 10.05.2017

Wechselhaft und für die Jahreszeit zu kühl. In den Nächten bei längerem Aufklaren weiterhin leichter Frost oder zumindest Frost in Erdbodennähe.

Vorhersage für Deutschland bis Sonntag (07.05.2017):

Von Mittwoch bis Freitag kommt es bei wechselnder bis starker Bewölkung gebietsweise zu teils schauerartigen Regenfällen, vereinzelt ist auch mal ein kurzes Gewitter dabei. Die größten Chancen auf sonnige Abschnitte bieten sich Richtung Küste, aber am Donnerstag sind auch dort Schauer möglich. Mit Höchsttemperaturen zwischen 10 und 16 Grad bleibt es recht kühl. Der Wind frischt im Norden und Nordosten böig auf, an der Ostsee und auf höheren Berggipfeln kann es mitunter stürmische Böen geben.
In den Nächten überwiegen Wolken mit häufigen Regenschauern. Dabei sinkt die Temperatur auf 7 bis 2 Grad, bei Aufklaren und in windgeschützten Lagen ist örtlich leichter Bodenfrost möglich. In ungünstigen Tallagen kann es auch leichten Frost geben.
Am Samstag ist es wechselnd wolkig mit zunächst nur einzelnen Schauern. Nach Norden hin scheint die Sonne öfter. Später ziehen von Südwesten und Westen her erneut Wolken mit Regen auf. Die Temperatur steigt auf 11 bis 17, in den tieferen Lagen West- und Süddeutschlands auf 17 bis 21 Grad. Dabei bleibt es schwachwindig. In der Nacht zum Sonntag breitet sich der Regen auf den gesamten Süden und die Mitte aus. Nach Norden hin kann es aufklaren. Dort besteht die Gefahr von Bodenfrost. Es kühlt sich auf 7 bis 1 Grad ab.
Am Sonntag fällt im Süden und anfangs auch in der Mitte schauerartiger Regen. Von Norden und Nordwesten her lockert es auf, wobei an der Küste noch einzelne Schauer möglich sind. Am Nachmittag werden meist 10 bis 16 Grad erreicht. Der Wind dreht auf Nordwest und frischt etwas auf. In der Nacht zum Montag fällt im Süden zeitweise Regen, der an den Alpen längere Zeit andauern kann. Ansonsten gibt es bei wechselnder Bewölkung häufig Schauer. Es sind Tiefsttemperaturen zwischen 6 und 0 Grad zu erwarten. Bei klarem Himmel gibt es leichten Frost oder zumindest Bodenfrost.

Trendprognose für Deutschland Montag, 08.05.2017 bis Mittwoch, 10.05.2017:

Wiederholt Schauer oder kurze Gewitter, dazwischen größere Auflockerungen und zum Teil sonnige Abschnitte. Am Montag wenig geänderte Temperaturen, danach von Norden her Temperaturrückgang. In den Nächten bei klarem Himmel dann wieder verbreitet leichter Frost oder zumindest Bodenfrost.

(Quelle: DWD)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *