Österreich – 2.100 liter/ha – Steiermark

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Die Ernte 2016 neigt sich dem Ende zu, sodass die aktuelle dritte Prognose der Statistik Austria sich dem tatsächlichen Ergebnis weiter nähern sollte. Sie geht von einer sehr heterogenen Weinernte in der Größenordnung von 2,0 Mio. hl aus. Das wäre ein Minus von 13 % zum Vorjahr (2015).

Die Prognose sieht damit aus gesamtösterreichischer Sicht im Vergleich zur 2. Schätzung (1,8 Mio. hl) weit besser aus. Verantwortlich dafür sind voraussichtlich die deutlich überdurchschnittlichen Erträge in den Gebieten Wagram (plus rund 40%), Krems- und Kamptal. Gemäß der Oktober-Prognose der Statistik Austria könnte auch das größte Weinbaugebiet, das Weinviertel, eine Ernte über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahr einfahren. Damit werden dort die punktuellen Frost- und Hagelschäden von den Mehrerträgen übertroffen. Im Bundesland Niederösterreich könnte mit 1,60 Mio. hl (+18% zu 2016) die Vorjahresproduktion deutlich übertroffen werden, welche auch markant (+13%) über dem Erntedurchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegen würde.

Im Gegensatz dazu wurde für die Steiermark und das Burgenland eine extrem schwache Ertragslage gemeldet. Die bekannten Schäden durch Frost und Hagelunwetter, zum Teil auch Pilzerkrankungen, haben die Weinproduktion auf deutlich weniger als die Hälfte eines Normaljahres einbrechen lassen. So dürften in der Steiermark nur 65.800 hl (–69% zu 2015) Wein produziert werden (größtes Minus im Gebiet Vulkanland!). Auch im Burgenland stellt sich die Ertragssituation wenig erfreulich dar. Mit 287.100 hl (–57% zu 2015) wird hier ebenfalls eine massiv unterdurchschnittliche Weinernte (–56% zum Fünfjahresdurchschnitt) erwartet. Besonders hohe Ernteausfälle sind in den Gebieten Neusiedlersee (–70% zu 2015) und Südburgenland (–65% zu 2015) gemeldet worden. In Wien könnte mit 22.000 hl der Produktionsschnitt der vergangenen fünf Jahre (–2%) – vor allem wegen Fäulnisproblemen – knapp verfehlt werden, so die Statistik Austria am 24.10. 2016.

(Quelle: Der Winzer – 24.10.2016)

Laut der Ernteschätzung von Statistik Austria erwartet die Steiermark 2016 einen durchschnittlichen Hektarertrag von 2.100 l/ha. Kaum besser sieht es im Burgenland mit 2.400 l/ha aus. Die Politik hat schnell reagiert. Per Verordnung wurde in Österreich für die laufende Traubenernte des Jahrganges 2016 die zulässige Höchstmenge je Hektar um 20 Prozent auf 10.800 kg Weintrauben oder 8.100 Liter Wein angehoben. Das kommt zunächst einmal vor allem den Winzern in Niederösterreich zugute, die in vielen Gebieten einen guten Ertrag erwarten. Indirekt sollen jedoch auch die von gravierenden Ernteausfällen betroffenen Winzer im Burgenland und in der Steiermark profitieren, indem sie bei ihren nördlichen Kollegen Trauben, Most oder Wein einkaufen können. Welschriesling aus Niederösterreich wird aktuell zum dreifachen Normalpreis gehandelt.

(Quelle: Meininger Online – 28.10.2016)

 

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