Entwicklung aus den Regionen

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Region Mosel – Stand: 28.09.2016

Die anhaltende Herbstwetterlage führt weiterhin zu einer positiven Reifeentwicklung. Bei vereinzelten Müller-Thurgau Anlagen sowie bei kompakten Trauben /Klonen breiten sich Fäulnisnester aus. Solche Nester sind auch bei Riesling Anlagen mit wenig Ertrag und kompakten Trauben zu finden.

Geerntete Müller-Thurgau Trauben weisen aufgrund der langen trockenen Wetterperiode meist ein sehr markiges Fruchtfleisch auf, mit der Konsequenz einer eher geringen Saftausbeute. Durch eine Maischestandzeit und Einsatz von pektolytischen Enzymen kann die Saftausbeute erhöht werden.

(Quelle: DLR Mosel)


Region Rheinpfalz
– Stand 27.09.2016

Die trockene Witterung des nachhaltigen Altweibersommers hat den Leseverlauf entzerrt. Das Jahr 2016 wendet sich zum Besseren und begünstigt eine späte Lese mit guten Mostgewichten. Bei lockerbeerigen Trauben ist der Gesundheitszustand stabil. In wüchsig und dicht belaubten Anlagen, kann eine negative Vorlese notwendig sein. Insgesamt geht die Ausbreitung der Botrytis im Jahr 2016 bisher langsam voran. Von den ursprünglich 103 beprobten Parzellen waren am Montag erst 42 Parzellen (≈ 40,8%) bereits gelesen.

Die Mostgewichte in den meisten Anlagen konnten im Verlauf der letzten Woche um ca. 5 °Oechsle (°Oe) zulegen, die Säurewerte blieben dabei nahezu unverändert. Die Reife liegt damit aktuell
nahe dem Mittel der Jahre 1998 bis 2015.

(Quelle: DLR Rheinpfalz)


Region Rheingau
– Stand 26.09.2016

Alle frühen, und auch die meisten der mittelfrühen Sorten sind inzwischen gelesen und zu unserer Überraschung ist seit dem Wochenende auch schon die Spätburgunder-Lese schon in vollem Gange. Aufgrund des guten Gesundheitszustandes und auch bei den positiven Wetterprognosen besteht hier jetzt kein Grund zur Eile, aber offensichtlich wollen viele Winzer jetzt, zum Ende eines doch sehr schwierigen Jahres, kein Risiko mehr eingehen. Rieslinge sind bislang zwar noch nicht gelesen, aber zum Wochenende wird es auch bei dieser Sorte losgehen. Da aber v.a. der Riesling noch fast in allen Anlagen kerngesund ist, sollte doch versucht werden, das Riesenpotential, das dieser Jahrgang noch zu bieten hat, auszuschöpfen und den Lesebeginn noch etwas zu schieben.

weinticker_39_2016_tab_003b(Quelle: Weinbauamt Eltville)


Region Weinsberg
– Stand 26.09.2016

Zwischen den Probennahmen in der vergangenen und in dieser Woche lag eine weitere Schönwetterperiode. Die Trauben präsentieren sich wunderschön, sind gelb bzw. blau durchfärbt und von bester Gesundheit. Das freut natürlich die Lesekräfte die die Trauben ohne weitere Selektionsarbeit vom Stock schneiden können, aber auch für den Vollerntereinsatz sind solche gesunde Trauben eine Grundvoraussetzung für die Ernte.

Die Mostgewichte konnten im Verlauf der letzten Woche um ca. 3 °Oe zulegen und haben nun den 10 jährigen Schnitt erreicht. Die Wetteraussichten sind gut und so werden auch die Mostgewichte weiter steigen.

(Quelle: LVWO Weinsberg)


Region Nahe
– Stand: 21.09.2016

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Die Lese beginnt! Die Niederschläge (ca. 10 l/m2) vom vergangenen Wochenende haben keine negativen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Trauben gehabt. Die Reife der Beeren schreitet in der Entwicklung weiter voran. Festzustellen ist, dass trotz ansprechender Mostgewichte (Bsp.: Müller-Thurgau 80°Oe und Silvaner 80°Oe), die Trauben noch relativ fest am Stilgerüst sitzen, und die Saftausbeute weiterhin gering ist. Der Reifezustand und die Aromaausprägung nehmen von Tag zu Tag zu. Lesezeitpunkt zu erkennen.

Ähnlich könnte es auch bei der Rebsorte Weißburgunder (77°Oe im Mittel) gehen. Die Säurereduktion ist weiter vorangeschritten und liegt bei Weißburgunder noch bei 9,4 g/l. Beim Grauburgunder liegen wir bereits auf einem niedrigen Niveau von 8,7 g/l. Bei beiden Rebsorten könnte in begünstigten Anlagen über eine Lese (evtl. auch Vor- oder Teillese) nächste Woche nachgedacht werden, je nach entsprechendem Weintyp. Die beprobten Regentanlagen sind gelesen, bzw. unter 5 Standorte gefallen, daher werden keine Daten mehr dargestellt.

Dornfelder hat bei einer geringen Zunahme von 2°Oe in der letzten Woche die 67°Oe im Mittel erreicht. Hier hat die Lese im südlichen Bereich des Anbaugebietes in den letzten Tagen begonnen. Zum einen wurden die Gärkapazitäten belegt, zum anderen aus Angst vor der Kirschessigfliege. Die Gesamtsäuregehalte liegen bei 7,2 g/l im Mittel. In Regionen mit wechselnden Reb- und Obstbauflächen, oder Drieschen mit entsprechenden Brombeerhecken, sind die Anlagen in Abständen von 2-3 Tagen zu kontrollieren. Hier liegt zum Teil mittlerweile stärkerer Befall vor.

Spätburgunder liegt mit 80 °Oe in einer guten Entwicklungsphase. Die Ausfärbung in den meisten Anlagen ist hervorragend. Die Ansätze für die Erzeugung von qualitativ hochwertigen Spätburgundern sind gegeben. Hier ist Potential vorhanden. Eventuell kann bereits über eine Vorlese, bzw. Auslese von sonnenbrandgeschädigten Trauben nachgedacht werden.

Der Portugieser erreicht in den beprobten Anlagen langsam die Qualitätsweingrenze. Für die Ausfärbung und die Entwicklung haben sich frühzeitige Entblätterungsmaßnahmen positiv ausgewirkt. Die Gesamtsäure liegt bei 7,1 g/l im Mittel. Für die Roséwein und Weißherbstbereitung sollte dringend über eine Säuerung nachgedacht werden.

(Quelle: DLR R-N-H)

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