Status aus den Weinbauregionen – Stand 27.07.-01.08.2016

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Region Mosel – Stand 28.07.2016
Die Reben und vor allem Trauben haben sich in den vergangenen Tagen zügig entwickelt. Diese Entwicklung wird auch in den nächsten Tagen durch eine für die Rebe sehr gute Witterung schnell fortschreiten. Gemeldet werden für die nächsten Tage moderate Temperaturen um 25°C bei immer  geringer werdender gewittriger Schauerneigung. Gesunde und normal entwickelte Anlagen mit bisher befallsfreien Trauben sind aus der anfälligen Phase heraus – das Laub, vor allem das Gipfellaub, ist allerdings weiterhin anfällig. Die genannten Mittelangaben beziehen sich auf Basisaufwand x Faktor 4,0 und stellen die tatsächlich je Hektar auszubringende Mittelmengen dar. Jeder Betriebsleiter muss die Terminierung der Abschlussbehandlungen je nach Entwicklung und Befallslage sowie Sorte bzw. Produktionsziel selbstverantwortlich festlegen und die Wartezeiten einhalten.

Peronospora
Immer noch kann frischer Pilzrasen festgestellt werden. Dies beschränkt sich weitestgehend auf Randbereiche nekrotisierter Ölflecke und auf zuvor befallene Beeren. Gesunde und normal entwickelte Beeren sind jetzt nicht mehr anfällig, die vorhandenen Sporen können aber in der Entwicklung zurückliegende Beeren sowie das Stielgerüst noch infizieren. Dieses Infektionspotenzial birgt zusätzlich weiterhin das Potenzial von massivem Befall des Gipfellaubs. Daher sollte in solchen Anlagen die Abschlussspritzung nicht zu früh stattfinden, da ansonsten wichtige Assimilationsfläche verloren geht.

Tiefenwirksame Mittel haben jetzt fast nur noch den Vorteil einer besseren Regenfestigkeit. Von daher kann vor allem in befallsfreien Anlagen, auch vor dem Hintergrund einer stark eingeschränkten Warenverfügbarkeit und des Resistenzmanagements, auf Kontaktmittel gesetzt werden. Als Kontaktmittel sollte aufgrund von Raubmilbenschonung, Botrytiseffekt und einer Wartezeit von 35 Tage Folpan bevorzugt werden. Die Spritzabstände mit Kontaktmittel müssen der Witterung (= Niederschlagsmenge und Niederschlagsintensität) angepasst werden. Die Anzahl der Anwendungen phosphonathaltiger Fungizide, wie z. B. Veriphos als Mischungspartner zu einem Kontaktmittel, ist begrenzt (Veriphos 5 Anwendungen). Bei Einhaltung der Anwendungshäufigkeit und der Wartezeit sind keine negativen Auswirkungen bei der Gärung zu erwarten und die zulässigen Rückstandshöchstgehalte werden nicht überschritten. Für späte Anlagen mit verzögerter Traubenentwicklung kann auch eine nochmalige Spritzung tiefenwirksamer Mittel Sinn ergeben. Hierbei sind allerdings das Resistenzmanagement sowie die zulässige Anwendungshäufigkeit
zwingend zu beachten.

Kirschessigfliege
Im Obstbau und an Wildfrüchten, wie z.B. an Brombeeren und Holunder, ist lagenweise starker Befall vorhanden. Deshalb ist zu befürchten, dass in diesem Jahr auch wieder die bekannt anfälligen rotfärbenden Rebsorten befallsgefährdet sind. Die derzeitige Wetterlage ist leider ideal für die Kirschessigfliegenentwicklung. In den letzten Tagen ist die Flugaktivität in Weinbergen angestiegen, aber es wurde bisher auch in der Pfalz noch keine Eiablage an den ersten umgefärbten Beeren ermittelt. Die Pfalz ist in der Rebphänologie und damit mit der potenziellen Befallsentwicklung ungefähr 1-2 Wochen vor uns. Kontrollieren Sie ab dem Umfärben der Beeren mit einer Lupe auf Eiablage. Es ist jetzt extrem wichtig, dass bei anfälligen Sorten die Traubenzone freigestellt ist und der Unterwuchs niedrig gehalten wird. Dies hat in Versuchen 2014 den Erstbefall deutlich hinausgezögert und den Befall insgesamt stark vermindert. Eine Bekämpfung im Weinbau ist zurzeit noch nicht notwendig!
(Quelle: DLR Mosel – 28.07.2016)


Region Nahe – 27.07.2016
Draußen geht die Post ab! Nein – dieses Mal ist nicht die Peronospora gemeint, sondern die Traubenentwicklung. Auch auf späten Standorten haben sich die Beeren in den letzten 14 Tagen massiv verdickt. Wie schon mehrfach angedeutet ist der Packungsgrad in Abhängigkeit vom Blüteverlauf sehr unterschiedlich. In den von der Peronospora weitgehend verschonten Anlagen -das sind im Anbaugebiet Nahe die meisten- präsentiert sich die derzeitige Situation durchaus erfreulich. Die Ertragserwartungen sind weit gespreizt.

Die langfristigen 14-tägigen Wetterperspektiven –von Prognosen sollte man bei dieser Dauer nicht reden!- sind erfreulich. Der ein oder andere Schauer, möglicherweise auch ein kurzes Gewitter sind in den nächsten Tagen möglich, von einer längeren Nässephase ist jedoch nichts in Sicht. Hoffen wir, dass wir von weiteren für dieses Jahr so charakteristischen z.T. sehr kleinräumigen und sozusagen aus heiterem Himmel auftretenden Starkregenereignissen, wie gestern im Bereich Zotzenheim, wo binnen kurzer Zeit bis 70 mm gefallen sind, verschont bleiben. Die Temperaturen bewegen sich voraussichtlich mit Werten um 25 °C zwar nicht im hochsommerlichen Bereich, jedoch in einer Größenordnung, die gekoppelt mit überwiegend sonniger Witterung, für eine zügige Fortentwicklung der Trauben ausreicht. Damit dürfen auch konkretere Spekulationen hinsichtlich des Reifebeginns angestellt werden. Wir rechnen in unseren Referenzflächen in Bad Kreuznach bei Müller-Thurgau mit dem Weichwerden der Beeren um den 10.8. und bei Riesling um den 18.8. Damit lägen wir im Mittel der Jahre seit 1990, aber 8 Tage früher als im Mittel 1960 bis 1989.

Peronospora
An Trauben mit Teilbefall bildet sich noch die ein oder andere über das Stielgerüst infizierte Lederbeere, aber im Großen und Ganzen herrscht weitgehende Ruhe. Intakten Trauben kann nichts mehr passieren. Auf schlecht abtrocknenden Standorten und abhängig von lokalen Niederschlagsereignissen kommt es an den Blättern im Randbereich bereits nekrotisierter Pilzrasen immer wieder zu schwachen Sporulationen. Insbesondere in starkwüchsigen Anlagen ist dadurch in Anbetracht des damit verbundenen Vorhandenseins von reichlich „Munition“ das Gipfellaub bzw. der Zuwachs an Geiztrieben bis weit in die Reifephase gefährdet. In Anlagen mit nennenswertem Blattbefall muss daher die Abschlussbehandlung später durchgeführt werden als in befallsfreien Anlagen. Man erinnere sich an das Jahr 2014, als nach einer an sich problemlosen Saison die Peronopora mancherorts noch das Gipfellaub in der Reifephase abgeräumt hat, weil die Abschlussbehandlung zu früh erfolgt war.

Im Hinblick auf die Kirschessigfliege wäre es wünschenswert, dass die gefährdeten frühen Sorten zügig aus-reichende Mostgewicht erreichen. Das ist nur mit intakter und ausreichender Assimilationsfläche möglich. Kontaktmittel -aufgrund der Botrytisnebenwirkung und der Wartezeit von 35 Tagen bevorzugt Folpet- sind jetzt ausreichend. Die Wirkung von Phosphonaten auf Trauben und ältere Blätter nimmt mit fortschreitender Entwicklung ab. Rechtfertigung für einen nochmaligen Zusatz ist der gute Schutz des Neuzuwachses in Anlagen mit hoher Wuchskraft und vorhandenem Blattbefall. Bei den Spritzabständen sind die aktuelle Befallslage und mögliche Niederschläge zu berücksichtigen. In Abhängigkeit von der aktuellen Befallssituation und der Witterung in den beiden nächsten Wochen ist von 9 bis 14 Tagen auszugehen. Die Anzahl der Anwendungen phosphonathaltiger Fun-giziden, wie z. B. Veriphos als Mischungspartner zu einem Kontaktmittel, ist begrenzt (Veriphos 5 Anwendungen). Bei Einhaltung der Anwendungshäufigkeit und der Wartezeit sind keine negativen Auswirkungen bei der Gärung zu erwarten und die zulässigen Rückstandshöchstgehalte werden nicht überschritten. Der Vorteil eines tiefenwirksamen Produktes gegenüber einem Kontaktmittel beschränkt sich zum jetzigen Zeitpunkt im Wesentlichen auf die deutlich bessere Regenstabilität. Vor dem Hintergrund der in diesem Jahr begrenzten Verfügbarkeit mancher Produkte und eines bereits erfolgten häufigen Einsatzes haben viele Betriebe bei Beachtung des Antiresistenzmanagements kaum noch Handlungsspielraum.

Bei frühreifenden Sorten sind die unterschiedlichen Wartezeiten der Produkte in die Überlegungen einzubeziehen. Produkte mit einer Wartezeit von mehr als 40 Tagen sollten dort nicht mehr eingesetzt werden.

Oidium
Nach wie vor beschränkt sich im Raum Bad Kreuznach ein nennenswerter Befall auf Einzelfälle mit zweifelhafter Bekämpfungsstrategie oder schlecht bewirtschaftete Minimalschnittanlagen. Dort kann vorhandener Befall an Trauben auch noch weitergehen. Gefährdet sind insbesondere in der Entwicklung nachhinkende Trauben. In sauberen Anlagen mit gleichmäßiger Entwicklung sind die Trauben kaum noch gefährdet. Achtung: Da ein Anfangsbefall nur bei sehr sorgfältiger Beobachtung erkennbar ist, werden leider immer wieder Anlagen als „sauber“ eingestuft, die es in Wirklichkeit aber nicht sind.

Für die weitere Strategie gilt folgender Grundsatz:
Die beiden letzten Behandlungen können mit einem Azol (Wirkstoffgruppe G), also Topas (0,32 l/ha) oder Systhane (0,24 l/ha) durchgeführt werden, wenn folgende Voraussetzungen gewährleistet sind.
– Die Anlage ist im Moment befallsfrei.
– Es handelt sich um keine Sorte mit erhöhtem Befallsrisiko.
– Die Anlage hat in Vorjahren keine Probleme bereitet.
Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte nur die letzte Behandlung mit einem Azol durchgeführt werden.
(Quelle: DLR R-N-H Dienststelle Bad Kreuznach – 28.07.2016)


Region Pfalz – Stand 26.07.2016
Die Rebenentwicklung wird bei der derzeitigen schwülwarmen Witterung weiter zügig voranschreiten.Die Beeren sind jedoch immer noch gegenüber Oidium in einer anfälligen Entwicklungsphase. Die hohen Temperaturen der vergangen Woche entluden sich mit teils heftigen Gewittern regional hohen Regenmengen am letzten Wochenende. Um Grünstadt-Asselheim.

Laumersheim, Edesheim und Steinweiler wurden Spitzenwerte über 50 mm, in Dirmstein sogar bis 100 mm gemeldet. Leichte Sonnenbrandschäden sind bisher nur vereinzelt bei Riesling und Huxelrebe aufgetreten. Die Trauben konnten sich während des Beerenwachstums gut anpassen, da die Strahlungsintensität bereits ab der Blüte hoch war. Die Rebenentwicklung verläuft aktuell sehr zügig, frühe rote Sorten wie Frühburgunder und Regent sind bereits im Farbumschlag. Auch hellschalige Frühsorten (Ortega, Müller-Thurgau) werden in Kürze durchscheinend. Je nach Behang, Fäulnisdruck und weiterem Reifeverlauf kann eine Lese von Dornfelder oder Müller-Thurgau trotz der späten Blüte bereits ab Mitte September wahrscheinlich werden. Die nächsten Behandlungen (Wartezeiten) sind darauf abzustimmen.

Ausdünnung/Halbierung
Ist aus Qualitätsgründen die Ausdünnung ganzer Trauben geplant, so sollte damit möglichst bis kurz vor Weichwerden gewartet werden. Dies gilt umso mehr für wüchsige Anlagen. Das Dickenwachstum der Beeren wird sonst zu sehr gefördert, die Botrytis-Gefahr steigt an. Die Zeitspanne hierzu ist insbesondere bei Rotweinsorten aber eng geworden. In Zeiten der Kirschessigfliege sollten keine halbreifen Traubenteile unter den Stöcken liegen bleiben. Auch verletzte reifende Beeren locken die Tiere an. Nach Möglichkeit sollten entfernte Trauben oder Traubenteile nach Reifebeginn aus den Anlagen gebracht werden (Kompostierung auf dem Tresterhaufen oder im Ackergelände). Zu Kompaktheit neigende Sorten wie Riesling, Burgundersorten und Silvaner lassen sich jetzt noch halbieren. Bei kompakten Trauben kann auch die Spitze durch Drehung entfernt werden.

Peronospora
Der Befallshöhepunkt scheint überschritten zu sein, die Beeren können kaum noch befallen werden. Aber auch vermeintlich eingetrocknete Befallsstellen können am Rand bei Nässe wieder sporulieren. Durch die schwülwarme und feuchte Luft wird es in den Nächten zumindest zu Taubildungen kommen und weitere Infektionen an jungen und ungeschützten Blättern sind möglich.

Deshalb sollten in Anlagen mit Vorbefall nochmals bevorzugt tiefenwirksame Mittel eingesetzt werden. Mittel wie Profiler und Ridomil Gold Combi sollten jetzt nicht mehr angewandt werden. Anstehende Behandlungen sollten vor vorhergesagtem Regen erfolgen. In weitgehend befallsfreien Lagen können jetzt auch Kontaktmittel zum Einsatz kommen und die Spritzabstände wieder etwas gestreckt werden. Die Anzahl der Anwendungen von phosphonathaltigen Fungiziden, wie z. B. Veriphos als Mischungspartner zu einem Kontaktmittel, ist begrenzt. Bei Einhaltung der Anwendungshäufigkeit und der Wartezeit sind keine negativen Auswirkungen bei der Gärung zu erwarten und die zulässigen Rückstandshöchstgehalte werden nicht überschritten.
(Quelle: DLR Rheinpfalz – Stand 26.07.2016)


Region Rheinhessen – Stand 02.08.2016
Peronospora: Ab Mitte der Woche sind wieder Sporulationen durch Niederschläge oder Tauausbrüche möglich. Dadurch kann es im Randbereich auch bereits nekrotisierter Ölflecke immer wieder zu Pilzrasen kommen. Dadurch ist das Gipfellaub bzw. der Zuwachs an Geiztrieben bis weit in die Reifephase gefährdet. Die Abschlussbehandlung kann je nach Reifegruppe bis Mitte August erfolgen.

Wo die letzte Applikation 8 – 10 Tage zurückliegt, sollte vor den erwarteten Niederschlägen behandelt werden. In weitgehend befallsfreien Anlagen sind Kontaktmittel (aufgrund der Botrytisnebenwirkung und der Wartezeit von 35 Tagen bevorzugt Folpet) jetzt ausreichend.

Die Beeren haben ein Stadium erreicht, welches Neuinfektionen ausschließen. Empfindlich bleibt allerdings das Stielgerüst. In bereits befallenen Trauben kann sich der Pilz weiter ausbreiten und ist dort nicht mehr bekämpfbar. In Anlagen mit nennenswertem Blattbefall muss daher die Abschlussbehandlung später durchgeführt werden als in befallsfreien Anlagen. Der Erhalt an Assimilationsfläche ist auch bezüglich eines möglichen Kirschessigfliegenbefalls von Relevanz, um bei den besonders gefährdeten frühen roten Sorten zügig ausreichende Mostgewichte zu erreichen. Die Wirkung von Phosphonaten auf Trauben und ältere Blätter nimmt jetzt ab, allerdings sind sie in der Lage den Neuzuwachs zu schützen, was andere tiefenwirksame Mittel in der Regel nicht können (der Einsatz von Profiler wird nicht mehr empfohlen). Ein Vorteil tiefenwirksamer Mittel beschränkt sich jetzt auf eine bessere Regenstabilität; sie sind dafür aber auch besonders resistenzgefährdet. Die Anzahl der Anwendungen phosphonathaltiger Fungizide als Mischungspartner zu einem Kontaktmittel wie z.B. Veriphos ist auf 5 Anwendungen begrenzt. Bei Einhaltung der Anwendungshäufigkeit und der Wartezeit sind keine negativen Auswirkungen auf die Gärung zu erwarten und die zulässigen Rückstandshöchstgehalte werden nicht überschritten.

Oidium
Es treffen immer wieder Meldungen von zum Teil starkem Oidiumbefall an den Trauben ein. Kontrollieren sie Ihre Anlagen. Sind die Anlagen befallsfrei und es handelt es sich nicht um Sorten mit erhöhtem Befallsrisiko, können die beiden letzten Behandlungen mit einem Azol (Wirkstoffgruppe G), also Topas oder Systhane durchgeführt werden. Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte nur die letzte Behandlung mit einem Azol durchgeführt werden. Es sind Präparate zu wählen, welche bezüglich des Antiresistenzmanagements noch möglich sind. Alternativ kann die letzte Behandlung auch mit Vitisan plus Netzmittel oder Kumar erfolgen. Reine Strobilurine (A) sind nicht geeignet. In Anlagen mit sichtbarem Befall sollte eine Zwischenspritzung mit Kumar (bis 5 kg/ha) oder Vitisan (9 bis max. 12 kg/ha plus Netzmittel) durchgeführt werden. Eventuell in einem Abstand von einer Woche wiederholen.
(Quelle: DLR R-N-H Dienststelle Oppenheim – 02.08.2016)


Region Franken – Stand: 01.08.2016
Vor allem am Dienstag und Freitag ist mit Schauern oder Gewittern und Temperaturen um die 20°C zu rechnen. Für die zweite Wochenhälfte und das restliche Wochenende ist wieder sommerliche Witterung vorhergesagt. Eine meist gute Wasserversorgung in Verbindung mit den gegebenen Temperaturen fördert die Reife. Erste frühe Rotweinsorten (Regent, Rondo, Frühburgunder) zeigen bereits erste Verfärbungen an den Beeren. Somit wurde die vorletzte Behandlung bereits durchgeführt bzw. steht aktuell an. Die Abschlussbehandlung kann ab Ende nächster Woche eingeplant werden. Bleibt uns die günstige Witterung erhalten könnte bereits ab 23. September die Hauptlese (Müller-Thurgau) starten. Gehen wir von der 100 Tage Regel, nach Beendigung der Blüte aus, liegt dieser Termin Ende September.
(Quelle: Weinbaufax Franken – Stand 01.08.2016)


Region Rheingau – Stand 01.08.2016
In der letzten Woche ist die Rebentwicklung in einem normalen Tempo vorangetrieben, ein stürmisches Fortschreiten ist aber ausgebleben. Wir bewegen uns weiterhin etwa im Bereich des langjährigen Mittels, was durch die heute erstmals erfolgen Reifemessungen bestätigt wird. Bisher ist nur beim Frühburgunder das Stadium „Reifebeginn (25° Öchsle)“ überschritten, alle anderen Sorten sind noch mehr oder weniger weit von diesem Punkt entfernt. Die heute ermittelten Stichproben ergaben, dass der Stand heute etwa dem Stand 27.07.2015 entspricht, also eine knappe Woche hinter dem des letzten Jahres liegt.

Peronospora
Wie die Wettervorhersage und die Berechnungen der HS-Geisenheim zeigen, ist bei der Peronospora noch lange nicht Entwarnung gegeben und diese Woche wird noch einmal richtig ungemütlich. Durch die vielen Ölflecke in den Laubwänden können sich jetzt noch einmal sehr schnell weitere Infektionen ausbreiten. Auch wenn an den Trauben jetzt nicht mehr viel passieren kann, die jungen Blätter, der Garant für eine ausreichende Zuckerbildung, müssen bis zum Schluss konsequent geschützt werden. Dafür reichen jetzt auch wieder Kontaktfungizide aus. Bei stark geschädigten Laubwänden sollte zusätzlich aber auch noch Veriphos zugegeben werden (aber nur max. 5 Anwendungen /a), damit sich das Gipfellaub möglichst lange befallsfrei entwickeln kann, und so die Assimilationsfläche ersetzt, die in der Traubenzone fehlt.
(Quelle: Wetterfax für den Weinbau – Stand: 01.08.2016)


Region Bodensee – 27.07.2016
Das sommerliche Wetterhält an, es ist aber dabei oft schwül und sehr lokal fallen Schauer oder Gewitter. Dennoch trocknen die Oberböden rasch ab, Die Witterung fördert das Wachstum sehr, was man gut am Zuwachs des neuen Laubes nach dem ersten Gipfeln sehen kann. Trauben von gut entwickelten kompakten Klonen sind geschlossen, die Mehrheit der Trauben hat jedoch eine lockere Struktur. Sehr unterschiedlich ist die Ertragslage: schöne Anlagen erreichen die Zielmenge, Peronospora und Verrieselungen mindern den möglichen Ertrag, in Einzelfällen stark. Im Rahmen der Pheromonbonituren konnte bisher noch kein Frühbefall von Botrytis im Traubeninneren festgestellt werden. Eine lockere Struktur schützt ebenfalls vor Abquetschungen reifender Beeren. Zunehmend sind ESCA und vergleichbare Absterbeerscheinungen zu beobachten. Das sommerliche Wetter mit gelegentlichen Schauern und Gewittern verlässt uns nicht, besonders auf das Wochenende ist wieder mehr Regen angesagt, wie es sich lokal verteilt, wird sich zeigen.

Zu den Pilzkrankheiten
Die Witterung fördert nicht nur das Wachstum, auch die Peronospora hält es am Leben. In Anlagen mit höherem Vorbefall sind immer wieder neue Ölflecken im Geizlaub zu finden, teilweise stark. Anlagen ohne Befall sind selten, auch bisher sehr gesunde Bestände wie im Bodenseeraum zeigen nun öfter Flecken der Peronospora. Das Sporenangebot bleibt hoch, da keine Bedingungen zum Austrocknen sich einstellen wollen. Tau und gelegentliche Regen halten alles am Leben. Die Hoffnung auf einen entspannteren Abschluss schwindet, wir werden im wöchentlichen Rhythmus verbleben und die Lage so gut wie möglich unter Kontrolle halten. Zum Glück geht die Traubenempfindlichkeit zurück. Alter Befall am Stielgerüst wird aber die betroffenen Traubenteile oft nach und nach zum Absterben bringen, sichtbar an den Lederbeeren. Wieder sind auf Ende der Woche in der südbadischen Region nennenswerte Regen angekündigt.

Zum Einsatz kommen auf das Wochenende, möglichst nahe vor die angesagten Regen: ein Peronosporakontaktfungizid wie B. Folpan 80 WDG mit 1,6 kg / ha oder Polyram WG mit 3,2 kg / ha Mittelaufwand. Weiterhin wöchentlich sollten die Junganlagen behandelt werden. Hier ist noch Veriphos möglich, aber nur mit 200 ml auf 100 l Spritzbrühe. Oidium: ein organisches Mehltaumittel wie z.B. Topas oder Systhane,. Durch die enge Peronosporaspritzfolge ist Oidium kein Problem. Der Zusatz von 2,0 kg / ha Schwefel wird letztmalig empfohlen. Bitte beachten sie die abweichende Zulassung beim Einsatz von Pflanzenschutzmittel bei der Tafeltraubenproduktion.
(Quelle: WBI Freiburg – Stand 27.07.2016)


Region Kaiserstuhl – Stand 27.07.2016
Die sommerliche trockene Witterung der letzten Tage hat die Rebenentwicklung stetig vorangebracht und das Traubenwachstum ist nachhaltig. Die gegebenen Witterungsbedingungen haben die Peronosporainfektionen reduziert, wobei in Befallsanlagen weiterhin neue Befallsmomente (Ölflecken mit Sporulation oder befallene Trauben mit Sporulation, weißer Pilzrasen) zu finden sind. Wie schon in den letzten Weinbauinfos erklärend ausgeführt begründet sich der Sachverhalt in der flächendeckenden Sporenverteilung bedingt durch den frühen Infektionsverlauf (ab Primärinfektion) der Peronospora unterstützt durch die vielen Niederschläge und lange Blattnässedauer der Reben. Mit unseren aktuell wöchentlichen Belagsspritzungen können wir den Neuzuwachs so gut als möglich schützen. Trotzdem findet die Pero jede Lücke. Mit kurzen Spritzintervallen bis zur Abschlussspritzung sollte der jetzige Gesundheitszustand der Reben und damit die Assimilationsfähigkeit der Laubwand bis zur Lese abgesichert werden.
(Quelle: WBI Freiburg – Stand 27.07.2016)

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