Milliarden Verluste durch Weinfälschung

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Durch die Produktion gefälschter Spirituosen und Weine entstehen der Wirtschaft in der Europäischen Union jährliche Verluste von rund 1,26 Mrd. Euro. Das geht aus dem neuen Bericht des Amtes der EU für geistiges Eigentum (EUIPO) hervor. Der Bericht weist aus, dass jedes Jahr 4,4% der legalen Verkäufe bei Spirituosen (ca. 739 Mio. Euro) und 2,3% bei Wein (ca. 531 Mio. Euro) durch gefälschte alkoholische Getränke verloren gehen. „Diese Verkaufseinbußen bedeuten einen unmittelbaren Verlust von 4.800 Arbeitsplätzen, da legaltätige Hersteller weniger Menschen beschäftigen als dies ohne die Fälschungsproblematik der Fall wäre. Betrachtet man den Dominoeffekt von Fälschungen bei Wein und Spirituosenauf dem Markt, gehen der Wirtschaft in der EU weitere 18.500 Arbeitsplätze verloren, davon 8.600 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und 1.300 in der Lebensmittelbranche“, erklärt das EUIPO in einer Pressemitteilung. Durch ausgebliebene Einkommensteuern, Sozialabgaben, Unternehmenssteuern, Mehrwertsteuern und Verbrauchssteuern gingen den EU-Mitgliedsstaaten zudem rund 1,2 Mrd. Euro verloren.

Die größten Verluste aufgrund von Fälschungen und dadurch entgangener Verkäufe muss dem Bericht zufolge die spanische Wein- und Spirituosenbranche hinnehmen (geschätzte 263 Mio. Euro). In Italien belaufen sich die jährlichen Verluste der Branche auf geschätzte 162 Mio. Euro, in Deutschlandauf 140 Mio. Euro, in Frankreich auf 136 Mio. Euro und in Großbritannien auf 87 Mio. Euro. Den jeweiligen Staatskassen entgingen so Verbrauchssteuer-Einnahmen von 90 Mio. Euro (Spanien), 65 Mio. Euro (Deutschland), 18 Mio. Euro (Italien), 100 Mio. Euro (Frankreich) bzw. 197 Mio. Euro (Großbritannien).

(Quelle: Wein+Markt 29.07.2016)

Weinfälschung Schaden (Artikel in Englisch)

 

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