Status aus den Weinbauregionen – Stand 19.07 – 22.07.2016

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Region Mosel – Stand: 21.07.2016

Die letzten Tage brachten wiederum neuen Pilzrasen von Pero, was mit den sehr langen Blattnässephasen durch Taubildung zu begründen ist. Ebenfalls zeigen sich zunehmend seit Beginn der Woche  Oidiumbefall an Beeren. In gesunden Anlagen befinden wir uns im Durchschnitt im Stadium „kurz vor Traubenschluss“, wobei die Spanne der phänologischen Entwicklung sehr groß ist. Nach den vergangnen  drei sehr strahlenintensiven Tagen mit hochsommerlichen Temperaturen kann auch vereinzelt Sonnenbrand beobachtet werden, vor allem in Anlagen die erst kürzlich entblättert wurden. Die nächsten Tage bringen ein gewittriges Niederschlagsrisiko vor allem am Samstag. Die Temperaturen pendeln sich dabei zwischen 25 und 30°C ein. Diese Witterung sorgt nicht für eine Entspannung des  Infektionsdrucks. Die genannten Mittelangaben beziehen sich auf Basisaufwand x Faktor 4,0 und stellen die tatsächlich je Hektar auszubringende Mittelmengen dar.  Peronospora: Seit Beginn dieser Woche beobachten wir in zuvor (teilweise) befallenen Anlagen neuen Pilzrasen. Wir hatten sehr lange Blattnässephasen, vor allem in Senken und Lagen in denen sich der  Tau lange halten konnte. Weit entwickelte Beeren werden immer weniger anfällig, aber auch hier kann die Pero vor allem noch das Steilgerüst infizieren. Auch in Anbetracht der Niederschläge der kommenden Tage empfehlen wir noch einmal eine tiefenwirksame Spritzung, soweit das Resistenzmanagement und Warenverfügbarkeit dies zulassen. Vor diesem Hintergrund kann in weit und einheitlich entwickelten  und befallsfreien Anlagen auch auf Kontaktmittel umgestiegen werden. Hierbei muss aber zwingend die weitere Witterung beachtet und Spritzabstände angepasst werden. Bei Starkniederschlagsereignissen  werden Kontaktmittel abgewaschen, was die Wirkdauer enorm verkürzt. Die Anzahl der Anwendungen von phosphonathaltigen Fungiziden, wie z. B. Veriphos als Mischungspartner zu einem Kontaktmittel, ist  begrenzt. Bei Einhaltung der Anwendungshäufigkeit und der Wartezeit sind keine negativen Auswirkungen bei der Gärung zu erwarten und die zulässigen Rückstandshöchstgehalte werden nicht überschritten.

Oidium: Seit dem Wochenende wird zunehmend von Beerenbefall berichtet, was unsere Beobachtungen bestätigen. Bei bisher absolut befallsfreien Anlagen geht die Beerenanfälligkeit mit fortgeschrittener  Beerenentwicklung zurück. Demnach richtet sich jetzt die Mittelwahl. In weniger weit entwickelten Anlagen sind die stärksten Mittel nach wie vor zu bevorzugen.

(Quelel: DLR Mosel – 21.07.2016)
Region Nahe – Stand 20.07.2016

Er kann´s doch noch – der Sommer 2016. Die momentane Hitzewelle ist jedoch ebenfalls nur von kurzer Dauer. In der kommenden Nacht kommt von Westen eine gewittrige Störung auf uns zu. Wie üblich in einer derartigen Situation
steht die Niederschlagsprognose auf wackligen Beinen. Von „nichts“ bis zu Starkregen und Hagel ist mit kleinräumigen regionalen Unterschieden alles möglich. Im Laufe des Donnerstags beruhigt sich die Wetterlage wieder.  Am Freitag und insbesondere Samstag besteht wieder ein erhöhtes Niederschlagsrisiko. Am Samstag sind auch größere Niederschlagsmengen möglich, allerdings ohne Unwetterpotenzial. Die Dauer der Nässephasen und die  Niederschlagsmengen unterliegen einer großen Unsicherheit. Die Temperaturen pendeln sich nach Durchzug der Gewitterfront wieder auf moderat sommerliche Werte zwischen 25 und 30° ein. Ab Sonntag bis zum nächsten Rebschutz-Hinweis besteht nur noch ein geringes Niederschlagsrisiko. Nach der vierwöchigen Phase vom 27. Mai bis 25. Juni mit rekordverdächtigen Niederschlägen haben wir es mit einer mittlerweile ebenfalls bereits fast vier Wochen andauernden Trockenphase zu tun. In Bad Kreuznach sind seit  dem 26. Juni nur 7 mm gefallen (Boppard 17 mm, Bacharach 9 mm, Oberwesel 16 mm, Norheim 4 mm, Meddersheim 5 mm). Den Begrünungen sieht man das mittlerweile mancherorts bereits an. Eine in manchen Anlagen anzutreffende schwache Wuchskraft hat jedoch andere Ursachen (siehe Kapitel Bodenpflege). Die Traubenentwicklung verläuft weiterhin zügig mit allerdings großen standortbedingten phänologischen Unterschieden.
Auffallend sind die doch immer mehr ins Auge fallenden großen Unterschiede im Packungsgrad der Trauben. Verrieselungen waren vielerorts stärker ausgeprägt, als das in Anbetracht der Wetterlage zu vermuten war und mancherorts kommt es dadurch zu empfindlichen Ertragseinbußen.
Peronospora:
Wie in Anbetracht der Wetterlage zu vermuten hat sich die Peronospora-Situation stabilisiert. Der Befall ist in den letzten beiden Wochen nicht fortgeschritten, obwohl manche Winzer genau das vermuten. Letzteres liegt wohl vorrangig  daran, dass bei Teilbefall von Trauben die Unterscheidbarkeit zwischen befallenen und intakten Traubenteilen vor 14 Tagen vielfach noch eines genaueren Hinschauens bedurfte, während die Schädigungen mittlerweile unübersehbar
sind. Auch die differenzierte Befallslage in Abhängigkeit von Standort, Sorte und Bewirtschafter wird immer deutlicher sichtbar. Im Dienstbezirk liegen Anlagen, in denen man Peronosporasymptome suchen muss und Anlagen mit geschätzten Ertragseinbußen um 80 % oft dicht beieinander. Ein „neidischer Herbst“ steht uns bevor. Die in den nächsten 3 Tagen zu erwartenden Niederschläge bieten dem Pilz leider die Möglichkeit einer Regeneration. Je nach Niederschlagsintensität und Nässedauer kann es um bereits nekorotisierte Ölflecken/Pilzrasen zu erneuter Sporulation und dadurch zu weiteren Infektionen kommen. Gefährlich kann es nochmals insbesondere in phänologisch späten Anlagen mit bereits vorhandenem Traubenbefall werden. Schwachpunkt aus Sicht der Gesunderhaltung bei teilgeschädigten Trauben ist der im Stielgerüst sitzende und dort kaum bekämpfbare Pilz, der bei einer Revitalisierung infolge nasswarmer Witterung bisher intakte Beeren quasi durch die Hintertür befallen kann. Das Risiko für einen Neubefall bisher intakter Trauben ist wesentlich geringer bei weit entwickelten Trauben kaum noch gegeben. Saubere Anlagen mit fortgeschrittener Traubenentwicklung sind definitiv „aus dem Schneider“. In vollständig oder weitestgehend befallsfreien Anlagen mit fortgeschrittener Beerenentwicklung reichen Kontaktfungizide (vorrangig Folpet). Der Zusatz von Phosphonat bietet in starkwüchsigen Anlagen dem Neuzuwachs einen besseren Schutz. In Anlagen mit vielen teilgeschädigten Trauben wäre der nochmalige Einsatz eines tiefenwirksamen Mittels ratsam, falls vor dem Hintergrund des Antiresistenzmanagements und der eingeschränkten Verfügbarkeit mancher Produkte noch Möglichkeiten bestehen. Ansonsten auch hier ein Kontaktmittel + Phosphonat. Die Spritzabstände in diesen Anlagen sollten der Befallslage sowie dem Witterungsverlauf der nächsten 3 Tage und dem damit einhergehenden Infektionspotenzial angepasst werden (8 bis 12 Tage).
Oidium:
In bisher befallsfreien Anlagen (Achtung: Anfangsbefall ist nur sehr schwer zu erkennen!) mit fortgeschrittener Beerenentwicklung geht die Gefährdung der Trauben jetzt deutlich zurück. Die aufgrund der Peronospora sehr engen Spritzabstände haben dazu beigetragen, dass Oidium bisher kaum aufkommen konnte. Gleichwohl gibt es seit ca. 2 Wochen einzelne Beobachtungen von Traubenbefall. Verstärkt betroffen sind wie in Vorjahren Minimalschnittanlagen mit empfindlichen Sorten und zweifelhafter Applikationsqualität. Auf sehr späten Standorten, in Parzellen mit Frostschäden und verzögert entwickelten Gescheinen aus Beiaugen sowie in Minimalschnittanlagen stecken manche Trauben noch immer in der anfälligen Phase („Oidiumfenster“). In Anlagen mit sichtbarem Befall sollte eine Zwischenspritzung mit Kumar (bis 5 kg/ha) oder Vitisan (bis ca. 9 kg/ha plus Netzmittel) in Kombination mit Netzschwefel in voller zugelassener Aufwandmenge durchgeführt werden. Diese Behandlung ist abhängig vom Befall eventuell in einem Abstand von einer Woche zu wiederholen. Mit der ab morgen zu erwartende Abkühlung auf moderate Temperaturen geht das momentan hohe Risiko für Blattverbrennungen wieder zurück.

(Quelle: DLR R-N-H Dienststelle Bad Kreuznach – Stand 20.07.2016)

Region Pfalz – 19.07.2016

Die meisten Reben haben das Stadium „Traubenschluss“ erreicht. Die Rebenentwicklung wird bei der derzeitigen Witterung weiter zügig voranschreiten. Die Beeren sind aber immer noch besonders gegenüber Oidium in einer anfälligen Entwicklungsphase. Das Stielgerüst hingegen ist weiterhin anfällig gegen Peronospora. Behandeln Sie zum Schutz der jungen Trauben weiterhin in kurzen Abständen. Pilzwiderstandsfähige Rebsorten (Piwis) sollten aufgrund des weiterhin hohen Infektionsrisikos noch mit behandelt werden, ebenso Jungfelder und Reben in Rebschulen. Die Mittelangaben beziehen sich auf das Stadium „kurz vor Traubenschluss“ mit dem Basisaufwand x 4,0 pro Hektar. Nach dem momentanen Entwicklungsstand wird empfohlen, die Abschlussbehandlungen bei den frühen Sorten etwa für Mitte August einzuplanen. Mittel mit 56 Tagen Wartezeit werden nicht mehr empfohlen. Jeder Betriebsleiter muss die Terminierung
der Abschlussbehandlungen je nach Entwicklung und Befallslage sowie Sorte bzw. Produktionsziel selbstverantwortlich festlegen und die Wartezeiten einhalten.

Peronospora:

Der Befallshöhepunkt scheint überschritten zu sein, aber auch vermeintlich eingetrocknete Befallsstellen können am Rand bei Nässe wieder sporulieren. Deshalb sollten in Anlagen mit Vorbefall nochmals bevorzugt tiefenwirksame Mittel eingesetzt werden. Anstehende Behandlungen sollten vor dem vorhergesagten Regen am Donnerstag erfolgen. In weit entwickelten Anlagen ist die Anfälligkeit der Beeren nach Traubenschluss gering. Die Anzahl der Anwendungen von phosphonathaltigen Fungiziden, wie z. B. Veriphos als Mischungspartner zu einem Kontaktmittel, ist begrenzt. Bei Einhaltung der Anwendungshäufigkeit und der Wartezeit sind keine negativen Auswirkungen bei der Gärung zu erwarten und die zulässigen Rückstandshöchstgehalte werden nicht überschritten.

(Quelle: DLR Rheinpfalz – Stand 19.07.2016)
Region Rheinhessen – 20.07.2016

Das schöne sommerliche Hochdruckwetter ist vorerst vorbei. Rheinhessen liegt bis zum Wochen­ende in einer feucht-schwülen Luftmasse. Dabei kann es am Freitag und Samstag wiederholt zu Schauern und Gewittern kommen. Erst ab Sonntag beruhigt sich das Wetter wieder etwas, wobei weitere einzelne Schauer nicht auszuschließen sind. Mit einer länger andauernden Hochdruckphase ist aber nicht zu rechnen. Bereits zur Wochenmitte bahnt sich wieder unbeständigeres, aber warmes Wetter an. Davon profitiert die Peronospora. Nutzen Sie bei anstehenden Spritzungen niederschlagsfreie Phasen, um die Spritzabstände nicht unnötig über 10 Tage in die Länge zu ziehen und um dadurch Neuinfektionen des Zuwachses zu verhindern.
Prognose der Abschlussbehandlung: Entsprechend dem momentanen Entwicklungsstand ist davon auszugehen, dass Abschlussbehandlungen bei frühreifenden Sorten bis Mitte August erfolgen sollten. Dann sind Mittel mit vergleichsweise kurzer Wartezeit einzuplanen. Mittel mit 56 Tagen Wartezeit kann man dann definitiv nicht mehr einsetzen. Die Terminierung der Abschlussbehandlung ist je nach Entwicklung und Befallslage sowie Sorte bzw. Produktionsziel selbstverantwortlich festzulegen und die Wartezeiten einzuhalten.

Peronospora:

Die Empfindlichkeit der Beeren sinkt jetzt zunehmend. Das Stielgerüst bleibt allerdings noch infektionsfähig. Das in den Stielgerüsten befallener Trauben schlummernde Pilzmycel kann durch kein Fungizid oder kurze Spritzabstände abgetötet werden. Deshalb ist die weitere Ausbreitung von Peronospora in bereits befallenen Trauben nicht zu verhindern. Auch die Randbereiche eingetrockneter Befallsstellen können infolge der Niederschläge in den nächsten Tagen wieder sporulieren. Um den Zu­wachs besser zu schützen, sollten deshalb in Anlagen mit Vorbefall nochmals bevorzugt tiefenwirksame Mittel eingesetzt oder einem Kontaktmittel Veriphos (ggf. in vermindertem Aufwand) zugesetzt werden. Auch in stark befallenen Jungfeldern ist es kaum möglich einen gesunden Trieb hochzuziehen. Die Anzahl der Anwendungen von phosphonathaltigen Fungiziden, wie z.B. Veriphos als Mischungspartner zu einem Kontaktmittel, ist begrenzt. Bei Einhaltung der Anwendungshäufigkeit und der Wartezeit sind keine negativen Auswirkungen bei der Gärung zu erwarten und die zulässigen Rückstandshöchstgehalte werden nicht überschritten.

Oidium:

Junge Beeren und das Stielgerüst sind immer noch empfindlich. Zur Behandlung gegen Oidium sollten unter Beachtung des Wirkstoffgruppenwechsels daher weiterhin organische Oidiumfungizide ein­gesetzt werden. Reine Strobilurine sind nicht einzusetzen. Auch Azole (Topas, Systhane) sollten bei der anstehenden Spritzung noch nicht angewendet werden.

(Quelle: DLR Rheinhessen Dienststelle Oppenheim – 20.07.2016)

Region Heilbronn – 20.07.2016
Hochsommerliche, trockene und warme Bedingungen der vergangenen Tage haben den Peronosporadruck erst einmal nicht weiter ansteigen lassen. Die Trauben befinden sich nun überwiegend im Stadium Erbsengröße. Die Empfindlichkeit der Beeren in Bezug auf Peronospora und Oidium lässt nun nach. Vereinzelter Oidiumbefall wird gemeldet. Hierbei handelt es sich überwiegend um bekannte Problemflächen. Vorhandene Ölflecken oder Peronosporabefall an den Trauben sporulieren bei feucht-warmen Bedingungen erneut auf. Durch aktuelle Behandlungen lassen sich bereits etablierte Peronosporainfektionen nicht mehr
bekämpfen. Aufgrund des vorhandenen Infektionspotentials gilt es weiterhin den ungeschützten Neuzuwachs zu schützen. Zur Zuckerbildung in der Reifephase sowie zur Reservestoffeinlagerung ist aktives Blattwerk notwendig. Die aktuellen Wettervorhersagen melden in den kommenden Tagen wieder teils heftige Schauer und Gewitter. Es bleibt weiterhin schwülwarm und wechselhaft. Bei geplanten Behandlungen ist nach 6-7 Tagen die Wetterlage zu beobachten und vor möglichen Niederschlägen eine Behandlung durchzuführen. Werden keine Niederschläge gemeldet richtet sich der Spritzabstand nach Oidium und kann dann auch auf 12-14 Tage verlängert werden. Entblätterungsmaßnahmen zur Botrytisvermeidung und als vorbeugende Maßnahme gegen die Kirschessigfliege wurden bereits in großem Umfang durchgeführt. Ab dem Stadium Erbsengröße schließen sich die Spaltöffnungen der Beeren und die Gefahr von Sonnenbrandschäden steigt. Wo noch nicht geschehen sollten empfindliche Sorten jetzt nicht unmittelbar vor Hitzetagen abrupt freigestellt werden.

Pernospora:

Der Neuzuwachs vor allem in Form der Geiztriebe kann bei Niederschlagsereignissen zu Neuinfektionen an den Blättern führen. Pflanzenschutzmaßnahmen möglichst vor Schauern oder gewittrigen Niederschlägen durchführen. Hierbei genügt ein Kontaktfungizid (z.B. Folpan, Enervin oder Mildicut). Bei Behandlungen 1-2 Tage nach kräftigen Niederschlägen und vermuteten Infektionen macht der Einsatz eines kurativen Pflanzenschutzmittels Sinn. Hierbei
sind die Vorgaben zur Resistenzvermeidung zu beachten. Aufgrund des zurückgehenden Zuwachses und auch das Beerenwachstum ist nicht mehr so stark, wird nun der Zusatz von phosphoriger Säure als Zuwachsschutz ab dem Stadium Erbsengröße nicht mehr empfohlen.

(Quelle: WBI Freiburg – Stand 20.07.2016)

Region Franken – 22.07.2016

Einbindiger Traubenwickler:
Stellenweise haben die Fangzahlen der Traubenwickler in den Pheromonfallen in dieser Woche nochmals zugenommen. Überprüfen Sie daher weiter regelmäßig die Peromonfallen. Die Wirkungsdauer einer durchgeführten Bekämpfungsmaßnahme ist vom eingesetzten Mittel abhängig.
Bekreuzter Traubenwickler:

Die Flugaktivität und die Eiablage sind noch in vollem Gange. Örtlich (Iphofen 50% Befallshäufigkeit, Nordheim bis 95 % Befallshäufigkeit) sind hohe Eiablagen, trotz relativ geringer Flugaktivität festgestellt worden. Bei einer bereits durchgeführten Bekämpfungsmaßnahme ist die Wirkungsdauer entsprechend der unten aufgeführten Zusammenstellung gegeben. Ab Montag ist mit dem Beginn des Hauptschlupfes der Larven zu rechnen. Bis zu diesem Termin sollte eine Bekämpfung in solchen Lagen durchgeführt sein, in denen bekannt ist, dass der bekreuzte Traubenwickler bereits in der Vergangenheit stärker aufgetreten ist.

(Quelle: Weinbauring Franken – Stand 22.07.2016)

Region Rheingau – 21.07.2016
Peronospora-Totalschaden – Was ist zu tun?
Die Katastrophenmeldungen reißen nicht mehr ab. Immer deutlicher wird jetzt das ganze Ausmaß der Peronospora-Kalamitäten sichtbar, und dementsprechend häufen sich in den letzten Tagen auch die Meldungen über Totalausfälle. Traubenschäden bis zu 100% sind tatsächlich keine Seltenheit, wie das Beispiel im Foto zeigt. Hier haben gerade einmal 4 Beeren am gesamten Stock überlebt (gelber Kreis). Die Frage ist nun, wie soll man mit derart geschädigten Weinbergen weiter verfahren? Die kostspieligen Pflanzenschutzmaßnahmen fortführen, oder, da jetzt ohnehin nichts mehr zu retten ist, die Spritzungen einstellen? Auch wenn es keine Trauben mehr zu schützen gibt, gilt es, das verbliebene Blattwerk so gut wie mög-lich zu erhalten und über den Herbst zu retten. Denn nur wenn noch intakte Blätter am Stock vorhanden sind, können auch die Triebe ausreifen. Eine gute Holzreife ist wichtig für die Frosthärte der Reben und für den Austrieb im kommenden Jahr. Das heißt also, die Laubwand muss bis zum Schluss weiter behandelt werden, auch ohne Traubenertrag, wie wir es ja auch in den Jungfeldern tun. Nur so lassen sich noch weitere Folgeschäden vermeiden. Für diese letzten verbleibenden Spritzungen reicht aber die „Sparvariante“ aus, also die preiswertesten Kontaktfungizide, wie z.B. Folpan 80 WDG einzusetzen.

(Quelle: Weinbauamt Eltville – Stand: 21.07.2016)

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