Großversuch mit Kaliumphosphonat für ökologisch wirtschaftende Weinbaubetriebe möglich

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Mitteilung an ökologisch wirtschaftende Weinbaubetriebe über die mögli-che Teilnahme an einem wissenschaftlichen Großversuch mit Kaliumphosphonat (KP)
Die Weinbau treibenden Bundesländer haben gemeinsam mit dem BMEL aufgrund der aktuellen au-ßergewöhnlichen Witterung und der daraus resultierenden Gefährdungen der Reben zum Schutz der ökologisch bewirtschafteten Rebflächen Folgendes festgestellt und für das weitere Vorgehen vereinbart:
Kaliumphosphonat (KP), das noch bis vor drei Jahren im Öko-Weinbau als Stärkungsmittel eingesetzt werden konnte, ist für den ökologischen Weinbau nach EU-Öko-Verordnung derzeit nicht zugelassen. Die Bundesländer haben keine Möglichkeit, das Mittel selbst zuzulassen oder eine Ausnahmegeneh-migung zu erteilen.
Die fehlende Zulassung von KP auf den ökologisch bewirtschafteten Flächen führt unter dem aktuellen Befallsdruck mit Peronospora dazu, dass durch die zugelassenen Kupferpräparate u. U. kein ausreichender Schutz der Reben und des Ertrags möglich ist.
Die Entscheidung der ökologisch wirtschaftenden Winzer, KP in besonders gefährdeten Beständen einzusetzen, erfordert die Herausnahme der Flächen aus der ökologischen Bewirtschaftung; auf konventionell bewirtschafteten Flächen ist der Einsatz von KP möglich.
Um den dadurch entstehenden Verlust des Status „Öko“ zu begrenzen, wird die Teilnahme an einem wissenschaftlich begleiteten Großversuch der Bundesländer BY, BW, RLP, HE und SL ermöglicht.

Dieser Versuch soll u. a. Klarheit darüber bringen, ob KP nicht nur die bisher bekannte präventive Wirkung hat, sondern auch mit kurativer Wirkung in einer Epidemielage des Falschen Mehltaus sinnvoll eingesetzt werden kann. Hierzu haben die interessierten Betriebe die betreffenden Flächen wieder aus der ökologischen Bewirtschaftung zu nehmen und dies sowohl der zuständigen Behörde als auch der Ökokontrollstelle anzuzeigen. Dieses Vorgehen eröffnet die Chance, dass die Flächen dann in den folgenden drei Jahren nicht erneut eine Umstellung durchlaufen müssen, sondern eventuell die erforderliche Neuumstellung verkürzt werden kann. Teilnehmende Betriebe dürfen die aktuelle Ernte aus den mit KP behandelten Flächen nicht als ökologisch vermarkten.

Info-Großversuch_Kaliumphosphonat Ändrg. VII 5

Formular Registrierung Teilnahme Kaliumphosphonat Öko-Weinbau-22-06-2016 Änd VII 5

(Quelle: Regierungspräsidum Darmstadt Dezernat Weinbau – 24.06.2016)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *