Status aus den Weinbauregionen – 20.06. bis 22.06.2016

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Region Pfalz – 22.06.2016

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Regionen Pfalz – 20.06.2016 Aufnahme: Christian Prinz

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Regionen Pfalz Traubenblüte – 20.06.2016 Aufnahme: Christian Prinz

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Regionen Pfalz Traubenblüte – 20.06.2016 Aufnahme: Christian Prinz

Die Reben sind in der Blüte. Jetzt herrscht höchste Infektionsgefahr! Lagenweise ist ein massiver Gescheins- und Blattbefall durch die Peronospora zu beobachten. Durch die wechselhafte Witterung wird die Peronospora weiter angeheizt. Entfernen Sie rechtzeitig Stocktriebe, diese können als Sprungbrett für Bodeninfektionen bzw. als Infektionsquellen dienen. Nutzen Sie trockene Phasen und behandeln Sie in kurzen Abständen von 8 Tagen.
Achten Sie besonders auf den Schutz der jungen Gescheine. Wir empfehlen, sofern es die Bodenverhältnisse zulassen, jede Gasse zu befahren. Die Mittelangaben beziehen sich auf das Stadium „abgehende Blüte“ mit dem Basisaufwand x 2,5. In Minimalschnitt-Anlagen und bei Blühende und Fruchtansatz (ES71) sollte auf Basisaufwand x 3,0 umgestellt werden.
(Quelle: DLR Rheinpfalz – 22.06.2016)

Region Nahe – 22.06.2016
In unserer Referenzfläche Kahlenberg war gestern das Stadium Vollblüte erreicht. Damit liegen wir im Mittel seit 1959 (20. Juni) und 5 Tage hinter dem Mittel der letzten 25 Jahre. Die deutliche Erwärmung bis zum Samstag wird die Blüte rasch vorantreiben, so dass auch in den späteren Lagen die Blüte einsetzen wird (Ausnahme frostgeschädigte Parzellen). Am Donnerstag gibt der Sommer ein kurzes Intermezzo mit Temperaturen bis 30 Grad. Die Zufuhr heißer Luft aus südlicher Richtung hält bis Freitag an. Ab Samstag nimmt die Bewölkung wieder zu mit gebietsweisen Schauern und sinkenden Temperaturen. Anfang bis Mitte nächster Woche sind moderate Temperaturen bis 25 Grad mit geringem Schauerrisiko zu erwarten. Die Bedingungen für Pflanzenschutzapplikationen sind in den nächsten Tagen gut. Mit zunehmender Abtrocknung der Böden steigt auch die Chance, dass die offenen Fahrgassen wieder befahren werden können.

Peronospora
Das vorhergesagte Zwischenhoch bringt noch keine Entspannung der Lage. Auch in den vergangenen Tagen sind weiterhin ständig neue Infektionswellen gelaufen. Selbst ohne Niederschläge kann es durch längere Taubildung zu Infektionen kommen. Bisher hält sich der Befall in unserem Beratungsgebiet zwar noch in Grenzen, aber in den letzten Tagen ist es überall vermehrt zu Ausbrüchen gekommen. Dies wird sich auch in den nächsten Tagen noch fortsetzen.
Auch Piwis sind zu behandeln. Bei diesem hohen Infektionsdruck ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber Peronospora nicht ausreichend. Ausschließliche Einsätze von Kontaktmitteln sind aufgrund der Befallssituation und der begonnenen Blüte weiterhin tabu. Die Kombination von Kontaktmitteln mit Veriphos ist nur in Anlagen vertretbar, in denen bisher keine Anzeichen von Peronospora zu sehen sind. Dies dürfte aber die große Ausnahme sein. Deshalb empfehlen wir weiterhin tiefenwirksame Präparate zu verwenden.
(Quelle: DLR R-N-H- Dienststelle Bad Kreuznach – 22.06.2016)

Region Rheingau – 20.06.2016
Mittlerweile hat die Blüte in den meisten Lagen eingesetzt und wird in den nächsten, hochsommerlichen Tagen sicherlich schnell weiter voranschreiten. Momentan zeigen sich jetzt zunächst aber noch einmal sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Lagen, aber auch innerhalb einer Anlage, ja sogar innerhalb eines Stockes. In den warmen Lagen reicht das Spektrum von „Vollblüte“ (BBCH 65) bis hin zu einzelnen Trauben, die schon fast „Schrotkorngröße der Beeren“ (BBCH 73) erreicht haben. In unserem Referenzweinberg im Eltviller Sonnenberg stehen wir an der Schwelle zur Vollblüte. Nach dem 30-jährigen Mittel wird dieses Stadium am 18.06. erreicht, wir liegen also momentan ca. 3-4 Tage hinter der Norm zurück.

Peronospora
Auch in der letzten Woche folgte eine Infektion auf die andere. Infektionsbedingungen herrschten prak-tisch rund um die Uhr und viele kleinräumig auftretende Starkregen sorgten immer wieder für neue Bodeninfektionen. An allen Standorten überlagern sich mittlerweile so viele Infektionszyklen, dass eine eindeutige Zuordnung der auftretenden Ölflecke zu einer bestimmten Infektion nicht mehr herzustellen ist. Wir finden das ganze Spektrum von 0 – 100% Befall, wobei sich in den nächsten Tagen die Befälle aber noch deutlich weiter ausdehnen werden. Nach wie vor gelten die beiden Regeln, tiefenwirksame Mittel nutzen und kurze Spritzintervalle fahren !!!!
Aber leider tut sich mittlerweile noch ein weiteres Problem auf, dass nämlich viele Produkte im Handel nicht mehr, bzw. nur noch in beschränktem Umfang verfügbar sind. Dazu gehören v.a. die phosphonathaltigen Mittel Profiler und Veriphos, aber auch noch eine ganze Reihe anderer tiefenwirksamer Fungi-zide. Der starke Pero-Druck in allen deutschen Weinbaugebieten hat dazu geführt, dass diese nun mitt-lereile weitgehend ausverkauft sind.

Oidium
Obwohl die Oidium-Gefahr schon eine ganze Zeit lang hoch war, wird sie jetzt in den nächsten Tagen noch einmal ein weiteres Stück ansteigen. Da nun heiße trockene Tage mit morgendlicher Taubildung, mit der sensibelsten Entwicklungsphase der Reben zusammenfallen, gilt es für die nächste Spritzung (i.d.R. ist dies die Spritzung in die abgehende Blüte) die schärfsten Oidium-Waffen auszupacken.
(Quelle: Weinbauamt Eltville – 20.06.2016)

Region Rheinhessen – Stand 22.06.0216
Lage: Häufig hängt die Blüte noch etwas. Nur in frühen Lagen sind bereits fast alle Käppchen gefallen. In späten Lagen wird die merkliche Erwärmung in dieser Woche die Blüte rasch vorantreiben. Der Spritztermin „abgehende Blüte“ ist gerade in diesem Jahr wichtig um die kleinen Beerchen optimal mit Spritzbrühe zu belegen. Besonders bei starken Perobefall ist eine beidseitige Behandlung zu diesem Termin sehr sinnvoll. Vereinzelt war am Wochenende bei den Niederschlägen auch Hagel dabei. Eine Sonderbehandlung ist hier nicht notwendig.

Peronospora
Licht am Ende der Tunnels? Ein Blick in häufig direkt benachbarte Weinberge zeigt auch in den extrem stark betroffen Gemarkungen von Bodenheim bis Worms ein sehr differenziertes Bild. Von Anlagen mit nur geringem Befall bis hin zu massiven Blatt- und Gescheinsbefall findet man alle Abstufungen. Hier zeigt sich eindrucksvoll, wer die Spritztermine sinnvoll vor die Regenschauer gesetzt hat und der Mittelwahl entsprechend der Empfehlungen richtig gewählt hat. Zur Zeit laufen ständig neue Infektionswellen, selbst wenn Nachts kein Regen fällt, sind meist Tauausbrüche möglich. Eine weitere Welle von Ölflecken könnte dort, wo nicht exakt appliziert wurde, nochmal vom 23. bis 26.6. auftreten.
(Quelle: DLR R-N-H- Dienststelle Oppenheim – 22.06.2016)

Region Franken – 20.06.2016
In den kommenden Tagen wird man den Sommer fühlen können. Am Dienstag ist noch mit Regen zu rechnen. Danach schießen die Temperaturen auf über 30°C hoch. Damit sind allerdings ab dem Wochenende starke Gewitter möglich. Die phänologische Entwicklung im selben Weinberg ist oft sehr uneinheitlich. Vielleicht werden die kommenden warmen Tage hier einen Ausgleich schaffen. In sehr frühen Lagen ist die Vollblüte, teils schon die Abblüte, erreicht. In den meisten Anlagen stehen wir am Blühbeginn bis max. 30% aufgeblühter Gescheine. In frostgeschädigten Anlagen ist von Blühbeginn oft noch nichts zu bemerken. Somit bestehen gute Aussichten auf einen reibungslosen Blüteverlauf. Allerdings kann nicht eingeschätzt werden, wie sich das zu erwartende starke Wachstum, bei der sehr guten Wasserversorgung und den hohen Temperaturen, auf die Befruchtungsrate auswirken wird. Die höheren Aufwandmengen gelten für weit entwickelte Anlagen die bereits im Abblühen sind!

Peronospora
Weiterhin muss ein lückenloser Fungizidbelag aufrechterhalten werden, besonders in Anlagen mit Befallsstellen. Die Gefahr, dass bei unvorhergesehenen Gewittern weitere Infektionen stattfinden können ist sehr hoch. Daher sollten notwendige Behandlungen nicht hinausgezögert werden, um eventuell das Stadium abgehende Blüte zu erreichen. Spritzabstände sollten, wie bisher bei 8 Tagen in Anlagen mit starkem Befall und ca. 10 Tagen in Anlagen mit schwachem Befall liegen. Bei bereits starkem Befall empfehlen wir die Behandlung jeder Gasse, um Spritzschatten weitgehend auszuschließen.
(Quelle: Weinbauring Franken – 20.06.2016)

Region Kaiserstuhl – 20.06.2016
Der heutige Sommeranfang macht seinem Namen alle Ehre. Es stimmt uns positiv, wenn wir die Reben in den unterschiedlichen Blütestadien beobachten und darauf hoffen können, dass bei der jetzigen Wetterprognose bis Ende der Woche der Großteil der Reben am Kaiserstuhl das Entwicklungsstadium „Abgehende Blüte = 80% der Käppchen sind abgefallen“ erreichen werden! Damit wird diese Woche die sehr wichtige „Abgehende Blüte“-Spritzung in den meisten Rebanlagen anstehen. Dies wird auch wie die Terminierung der ersten Peronosporabehandlung in 2016 eine Schlüsselbehandlung für den erfolgreichen Rebschutz sein!!!

Die späteren Lagen und Sorten haben noch kaum offene Blüten. Bei genauer Beobachtung ist dort der Termin voraussichtlich Anfang nächste Woche zu planen. Die Wettervorhersage meldet morgen Vormittag vereinzelt Schauer. Für Mittwoch, Donnerstag und Freitag Hochdruckeinfluss, viel Sonne und Tageshöchsttemperaturen über 30°C. Ab Freitagabend zunehmende Gewitterwahrscheinlichkeit und Niederschläge auch am Samstag und Sonntag. Somit bietet sich ein günstiges Behandlungsfenster am Donnerstag und Freitag um die sehr wichtige Spritzung vor möglichen Neuinfektionen durch die Peronospora durchzuführen. Es empfiehlt sich aufgrund der besseren Applikationsqualität in Befallsanlagen unbedingt jede Gasse zu fahren.
(Quelle: WBI Freiburg – 22.06.2016)

Region Heilbronn – 22.06.2016
Ein kurzes Zwischenhoch beschert uns ein paar freundlichere, wenn auch nicht ganz trockene Tage. Peronosporabefall ist regional weit verbreitet mit teilweise auch kräftigerem Befall. Aufgrund der  zurückliegenden warmen Nachttemperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit ist aktuell die Befallssituation sehr deutlich zu erkennen auch in Form von weiß blühender Peronospora an Gescheinen. Die weiteren Aussichten bringen noch keine grundlegende Änderung der unbeständigen Wetterlage. Zum Wochenende nimmt die Schauer- und Gewitterwahrscheinlichkeit wieder zu. Einen wesentlichen Beitrag bei der Peronosporabekämpfung ist die Terminierung der Spritztermine. In sehr exponierten Lagen, z.B. terrassierten Steillagen, ist die Blüte teilweise bereits so gut wie beendet. In vielen Sorten und Lagen ist sie kräftig in Gang. Dort wird, bei den aktuell gemeldeten Wetterbedingungen, bis zum Wochenende bereits das Stadium abgehende Blüte erreicht sein. Da die Gewitterwahrscheinlichkeit zum Wochenende wieder steigen soll, wird zur Ertragssicherung dringend empfohlen möglichst kurz vor potentiellen Gewitterereignissen einen Belag auszubringen, auch wenn die letzte Behandlung erst 4-6 Tage zurückliegt. Der Spritzabstand muss aktuell immer noch verkürzt beibehalten werden (+/- 8 Tagen). Gerade um die Blüte werden gerne Spritzintervalle vergrößert um abzuwarten bis alle Sorten und Lagen die Blütenkäppchen abgeworfen haben. Diesen Termin „abgehende Blüte“ wird es aufgrund der Sorten- und Lagenunterschiede gesamtbetrieblich nicht geben. Der Oidiumdruck ist momentan ebenfalls hoch und die Reben befinden sich in ihrer empfindlichsten Phase. Der verkürzte Spritzrhythmus ist für die Oidiumbekämpfung ebenfalls positiv.

Erste Esca-Symptome sind nun auch wieder zu finden. Mit dem Gipfeln sollte so lange wie möglich gewartet werden. Ein zu frühes Gipfeln regt die Bildung großer Beeren an und kann im Herbst ein Fäulnisproblem aufgrund kompakter Trauben darstellen. Durch frühes Entblättern der Traubenzone nach der Blüte kann versucht werden Sorten, die zu kompakten Trauben neigen, etwas aufzulockern. Dies hat auch Vorteile in Form einer besseren Durchlüftung der Traubenzone, verminderten Sonnenbrandgefahr durch frühzeitiges Abhärten und verbesserter Applikationsqaulität der
Pflanzenschutzmaßnahmen.
(Quelle: WBI Freiburg – 22.06.2016)

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