Status aus den Weinbauregionen – 31.05.-09.06.2016

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Region Franken – 09.06.2016
Bis Samstag bleibt es noch überwiegend trocken und warm. Ab Sonntag wird es kühler und die erste Hälfte
der kommenden Woche soll verbreitet verregnet sein. Die Reben wachsen kräftig. In frühen Lagen und
Sorten beginnt die Blüte am Wochenende. Inwieweit die kühleren Temperaturen und der Regen den
Blütebeginn und den Verlauf der Blüte beeinflussen werden, lässt sich jetzt noch nicht beurteilen.

(Quelle: Weinbauring Franken – 09.06.2016)

Region Nahe – 08.06.2016

Die Blüte steht bevor. In der vermutlich frühesten Lage unseres Dienstbezirks, dem Bopparder Hamm, wurden vorgestern
die ersten blühenden Rieslinggescheine gesichtet. In unserer Referenzfläche in Bad Kreuznach stehen die
am weitesten entwickelten Gescheine unmittelbar vor dem Abfallen erster Käppchen. Das phänologische Stadium
Blütebeginn (10-20 % der Käppchen abgefallen) dürfte zum Beginn kommender Woche erreicht werden. Damit lägen
wir exakt im Mittel der letzten 25 Jahre und 8 Tage vor dem Mittel 1960-1989.
Die dampfige Witterung mit hohem Gewitterrisiko und allen damit potentiell einhergehenden Problemen, hat sich
über fast 2 Wochen hartnäckig gehalten. Seit dem Hinweis vom letzten Mittwoch sind erneut äußerst unterschiedliche
Niederschlagsmengen zwischen 17 und 72 mm gefallen. In der Spitze bewegen wir uns um 140 mm in 2 Wochen
(z.B. Bacharach), mehr als sonst in 2 Monaten
Mit den heute durchziehenden gewittrigen Störungen verabschiedet sich jedoch die kritische Wetterlage, die in
vielen Regionen Deutschlands punktuell Starkregenereignisse mit zum Teil katastrophalen Folgen ausgelöst und
die Nachrichten beherrscht hat. Donnerstag bis Samstag werden vermutlich günstige Tage für die Durchführung
von Pflanzenschutzmaßnahmen sein. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Befahrbarkeit der Böden, die mancherorts
noch immer nicht gegeben ist. Wenn in offenen Gassen Fahrspuren in Form tiefer Gräben verbleiben, kann
von Befahrbarkeit im Sinne von „nachhaltig und bodenkundlich vertretbar“ nicht gesprochen werden. Dessen ungeachtet
ist sie leider unverzichtbar. Schlimme Eindrücke sind in manchen Junganlagen anzutreffen, in denen es
noch keine befahrbare Gründecke gibt.
Ab Sonntag und damit voraussichtlich pünktlich mit dem Blütebeginn früher Standorte ist für den weiteren Verlauf
kommender Woche wechselhaftes Wetter mit schauerartigen Niederschlagsrisiko und nur moderaten Temperaturen
um 20 °C, aber vorläufig ohne Unwetterpotenzial, prognostiziert. Das könnte den Blüteverlauf etwas verlangsamen.
Die Prognose ist allerdings nicht so schlecht, dass man aus jetziger Sicht bereits mit massiven Blütestörungen
rechnen müsste. Beachten Sie auch die Hinweise am Ende dieses Beitrags. Für die späten Blütestandorte
ergäbe sich eine Verzögerung des Blütebeginns.
Für die Mehrzahl der Flächen wird die anstehende Behandlung die letzte Vorblütenbehandlung sein. Je nach Spritzrhythmus
kann sie auf frühen Standorten auch in die Blüte fallen.

(Quelle: DLR R-N-H, Region Nahe – 08.06.2016)

Region Heilbronn – 08.06.2016

Hohe Infektionsgefahr für Peronospora!
Nach den starken Gewitteraufkommen der vergangen 10 Tage scheint sich das Gewitterrisiko laut
Wetterprognose erst einmal etwas zu verringern. Niederschläge sind jedoch auch im weiteren Verlauf gemeldet.
Am Wochenende und in der vergangenen Nacht sind lokal begrenzte Gewitterzellen, teilweise in Verbindung mit
Hagel, aufgetreten. Die Böden waren erstaunlich lange aufnahmefähig und so gab es nur selten schwere
Erosionsschäden. Unter solchen Wetterbedingungen zeigt die Begrünung ihre Vorteile bei der
Regenverdaulichkeit, Verminderung der Erosion sowie einer schnelleren Wiederbefahrbarkeit vor allem steiler
Flächen. Die üppigen Niederschläge und langen Blattnässezeiten haben teilweise bereits zu Gescheins- und
Blattbotrytis geführt.

(Quelle: WBI Freiburg – 08.06.2016)
Region Kasierstuhl – 08.06.2016

Die schwül-warme Witterung der vergangenen Tage hat das Wachstum der Reben deutlich gefördert. Wir können mittlerweile 12-13 Blätter an den Trieben zählen. Wir befinden uns im Entwicklungsstand BBCH 57:“Gescheine voll entwickelt“ und damit unmittelbar vor der Blüte. Erste Meldungen der Rebenblüte sind diese Woche bei uns eingegangen. Dies bringt Überlegungen zum Thema „Auflockerung der Traubenstruktur“ bei kompakten Klonen und Sorten mit sich (siehe Fäulnisvermeidung/Einsatz von Bioregulatoren).

Mittlerweile gehen verstärkt Anrufe betreffend Peronosporabefall, sowohl Ölflecken mit weißem Pilzrasen an der Blattunterseite, als auch Gescheinsinfektionen bei uns ein. Der Peroinfektionsdruck ist witterungsbedingt extrem hoch. Natürlich trifft das aktuell mit einer sehr empfindlichen Entwicklungsphase „Blüte“ der Reben zusammen. Der termingerechte Pflanzenschutz sollte momentan die höchste Priorität im Betrieb haben.

Die schwül-warme Witterung in Bezug auf den Entwicklungsstand „Blüte“ öffnet das Oidiuminfektionsfenster. Ab der jetzt anstehenden Spritzung sollte entsprechend auf organische Oidiumfungizide umgestellt werden.

Die Wettervorhersage meldet für heute Abend noch starke Gewitterneigung mit höheren Niederschlagsmengen. Ab Morgen Mittag soll es dann trocken und zunehmend sonnig werden. Der Freitag, ein sonnig warmer Frühsommertag. Auch der Samstagvormittag soll noch beständig sein. Aber ab Samstagmittag und über das Wochenende wieder unbeständig mit erhöhter Niederschlagswahrscheinlichkeit und Temperaturrückgang. Ein sehr gutes Spritzfenster ergibt sich ab Donnerstagmittag, Freitag und Samstagvormittag!

(Quelle: WBI Freiburg – 08.06.2016)

Region Rheinpfalz – 07.06.2016
Je nach Lage und Sorte sind zwischen 10 und 13 Blätter entfaltet, in frühen Lagen bereits bis zu 15 Blätter. Auch in der Südpfalz
ist bereits das 8- bis 10-Blattstadium erreicht. Bei frühen Sorten ist bereits ab Ende dieser Woche
mit dem Blühbeginn zu rechnen. Jetzt sind die Reben in ihrer anfälligsten Phase! Aufgrund der guten Wasserversorgung in Verbindung mit den milden Temperaturen wird die Rebenentwicklung
zügig voranschreiten, sodass die nächste Behandlung nach drei Blättern Zuwachs pro Trieb eventuell schon im Abstand von acht Tagen notwendig ist. Grundsätzlich sollte im Zeitraum
um die Rebenblüte jede Gasse befahren werden, sofern es die Bodenverhältnisse erlauben.

(Quelle: DLR Rheinpfalz – 07.06.2016)
Region Mosel – 31.05.2016
Thema: Hagel
Die Wetterereignisse der vergangnen Tage verursachten vielerorts leichte Schäden. Vor allem Starkniederschlagsereignisse
führten zu Erosion und vollgelaufene Keller.
Zudem gab es am vergangenen Freitag, 27.05.2016, zw ei Hagelereignisse. Ein Hagelereignis begann in
Lieser und zog über das Kueser Plateau nach Graach und Wehlen mit eindeutigem Schw erpunkt in
Graach. Dort reichen die Schäden an bis zu 80 Prozent.
Ein w eiteres Hagelereignis zog von Hatzenport über Löf nach Alken mit Schw erpunkt in Hatzenport, mit
Schäden bis zu 100 %.
Für alle betroffenen Anlagen, die noch nennensw ert Gescheine tragen, gilt jetzt, dass abgeschlagene
Pflanzenteile von der Rebe entfernt w erden. Gerade in Anbetracht der feuchten und mäßig w armen Witterung,
w ürden diese abgeschlagenen Teile ansonsten sehr langsam vertrocknen und ideale Bedingungen
für Pilzinfektionen bieten. Diese indirekte Maßnahme sollte schnellstmöglich erfolgen. Zudem sollte
zügig, auch vor dem Hintergrund der ergiebigen Niederschläge und einhergehendem Abw aschen der
bisher ausgebrachten Kontaktmitteln, nach dem Entfernen der abgeschlagenen Rebteile eine Pflanzenschutzmaßnahme
durchgeführt w erden. Hier bietet es sich eventuell an, die nächste Spritzung der normalen
Pero- bzw . Oidiumbehandlung vorzuziehen.
Anders sieht es bei sehr stark geschädigten Anlagen aus. In den vergangenen Jahren konnten bzw .
mussten w ir Erfahrungen von frühen und heftigen Hagelereignissen sammeln.

(Quelle: DLR Mosel – 31.05.2016)

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