Rebentwicklung Region Pfalz – 27.04.2016

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Die letzten Nächte brachten verbreitet leichte Bodenfröste mit sich, besonders um Schweigen waren die Temperaturen auf Montag mit – 1 °C in zwei Meter Höhe grenzwertig. Vereinzelte Schäden
wurden aus dem Zellertal gemeldet (weit entwickelte Chardonnay-Triebe, Reben in geschlossenen Pflanzrohren). Der Austrieb (50 % der Triebe ≥ 2 cm; BBCH 09), bei Riesling in unserer Referenzanlage erfolgte exakt wie im Vorjahr am 17. April. Damit besteht ein Vorsprung zum langjährigen Mittel (22.04) von fünf Tagen. Da kleinklimatische Faktoren beim Austrieb eine große Rolle spielen, sind begünstigte Standorte und frühe Sorten teilweise schon im Drei-Blatt-Stadium. Hingegen befinden sich Reben in frostempfindlichen Lagen häufig noch im späten Austriebstadium. Minimalschnittanlagen zeigen sich im Austrieb etwas weiter als Normalschnitt. Auch innerhalb der Anlagen gibt es Unterschiede, so treiben dünne Bogreben und junge, nachgepflanzte Reben früher als Triebe an mastigen Ruten aus. Bodennahe Schnabelruten sind aufgrund der Erwärmung ebenfalls etwas weiter entwickelt. Die nächsten Tage werden zu einem Entwicklungsstillstand führen, sodass der Entwicklungsvorsprung wohl bald aufgezehrt sein wird. Von einer längeren Gefährdung durch Austriebschädlinge einmal abgesehen, muss eine verzögerte
Entwicklung keineswegs nachteilig sein. Viel kritischer wären zum jetzigen Zeitpunkt Augenschäden durch Spätfröste. Regennasse Triebe sind empfindlicher als trockene, die unter Umständen
auch einige Stunden leichten Frost schadlos überstehen können. Im Vergleich zu den letzten beiden frühjahrstrockenen Vorjahren sind die Wasservorräte derzeit noch gut aufgefüllt, das gilt besonders für die Oberböden.

(Quelle: DLR Rheinpfalz – 27.04.2016)

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