Allgemeine Rebentwicklung – Region Pfalz

Ilona SchneiderNews

Der Winter war, wie bereits in den beiden Vorjahren auFch, ausgesprochen mild, sodass keine Winterfrostschäden aufgetreten sind (Winterminima am 19.01.16 mit – 8,5 °C). Dass der Dezember mit einer Rekorddurchschnittstemperatur von 7,2 °C (Durchschnitt 2,3 °C) aufwartete, beweist die teils extrem früh eingesetzte Mandelblüte, die teilweise bereits im Dezember begann. Auch Januar und Februar waren mit 3,7 °C und 5,1 °C deutlich zu mild (Mittel im Januar: 1,3 °C, Mittel im Februar: 2,4 °C). Dass die Reben momentan noch in Winterruhe verharren, liegt an den eher kühlen Märztagen, insbesondere aber an den frostigen Nächten. Diese hemmen aktuell noch das Knospenschwellen und Bluten, sodass derzeit mit keinem sehr frühen Austrieb vor Mitte April zu rechnen ist; im Schnitt der Jahre erfolgen Knospenschwellen am 6. April und Austrieb am 20. April (Leitsorte Riesling). Aus Sicht der Spätfrostgefahr ist ein mittelspäter Austrieb von großem Vorteil. Letzte Rebschnittarbeiten können voraussichtlich noch bis zur ersten Aprildekade durchgeführt werden. Die Herbst- und Winterniederschläge (Oktober bis Februar) belaufen sich in Neustadt auf 216 mm
Regen/m². Das langjährige Mittel von Oktober bis Februar liegt bei 222 mm. Besonders trocken waren Oktober mit nur 11 mm und Dezember mit 13 mm. Der Januar mit 60 mm und der Februar mit 80 mm Regen sorgten aber für den aus landwirtschaftlicher Sicht dringend notwendigen Ausgleich.

Wasserversorgung und Bodenpflege

Aktuell sind die Bodenwasservorräte aufgrund der Winterniederschläge gut gefüllt. Die Bodenfeuchtemessung in sandigem Lehm an der Referenzstelle
„Maulberg“ des DLR Rheinpfalz in Neustadt zeigte am 21. März einen Wert von 262 Liter Wasser pro m² Boden bis 1 m Tiefe. Dies entspricht nahezu der Wassersättigung (Feldkapazität) dieses Bodens, also der Wassermenge, die der Boden festhalten kann. Die sonnigen Tage der letzten zwei Wochen führten zu einer Abtrocknung der Oberböden, sodass eine Befahrbarkeit in der Regel gegeben ist. Der Anstieg der Temperaturen wird zu einem Wachstumsschub der Begrünungspflanzen in Winter- und Dauerbegrünungen führen, was aus Sicht der Biomasseproduktion im Weinberg vorteilhaft ist. Der damit verbundene Wasserentzug kann jedoch die Böden stärker austrocknen, falls wie in den Vorjahren 2014 und 2015 im April und Mai kaum
Regen fällt. Eine nachfolgende Bearbeitung ist unter solchen Voraussetzungen zumindest erschwert. Gerade auf leichten, sandigen Böden sollten hoch wachsende Bestände wie Raps oder Getreideeinsaaten rechtzeitig gemulcht oder gewalzt werden, um den Wasserentzug durch Pflanzen einzuschränken. Auf besonders trockengefährdeten Standorten und in Anlagen, die im Vorjahr Schwachwuchs durch Wassermangel zeigten, kann im zeitigen Frühjahr bereits eine Bearbeitung etwa jeder zweiten Gasse erfolgen.

(Quelle: DLR Rheinfpalz – 22.03.2016)