Jungweinbehandlung – DLR Rheinpfalz

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Erster Abstich und
SO2-Gabe bei Weißwein. Je höher der pH-Wert oder je fauler das Lesegut war, desto rascher sind die Weißweine und Weißherbste nach dem Gärende von der Hefe zu trennen und zu schwefeln. Die Vermeidung eines unerwünschten Biologischen Säureabbaus bei Weinen mit geringer Säure und hohen pH-Werten über 3,4 steht in diesem Jahr im Vordergrund. Bei diesen Weinen sollte ein freier SO2-Gehalt von 40 bis 50 mg/L eingestellt werden. Gleiches gilt für Weine aus Botrytis belastetem Lesegut. Die SO2-Gabe kann 3 – 8 Tage nach Gärende vorgenommen werden, je nachdem, wie voll die Gebinde sind. Ein Umpumpen sollte erst nach einer ausreichenden Schwefelgabe durchgeführt werden. Moderne Hefepräparate, gezügelte Gärung und eine ausreichende Nährstoffversorgung inklusive Thiamingabe gewährleisteten einen raschen Abbau des Acetaldehyds während der Gärung, eine frühe SO2-Gabe hebt die Gesamt-SO2 nur geringfügig
an. Für Weine mit normalen pH-Werten von 3,2 bis 3,4 und niedrigen Kellertemperaturen sind 30 bis 35 mg/L freie SO2 vollkommen ausreichend für den Schutz des Weines und ermöglicht eine optimale Weinreifung. Höhere Konzentrationen an freier SO2 hemmen die Entwicklung des Weines und werden von Verbrauchern oft negativ beurteilt, während Winzer diese oft kaum wahrnehmen.10.2015

(Quelle: DLR-Rheinpfalz – 06.10.2015)

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