Reifemessung Region Pfalz – 28.09.2015

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Die Lese wird für viele Betriebe im Laufe der Woche zu Ende gehen. Neben Riesling, der intensiv gelesen wird, hängen noch Weinberge für weiße Burgunder, Gewürztraminer und späte rote Rebsorten. Besonders bei Riesling nimmt die Fäulnis nun stärker zu. Den roten Rebsorten wie Dornfelder und Spätburgunder sowie den Rebsorten mit härterer Beerenhaut können die nächsten Sonnentage noch einmal etwas mehr Reife mitgeben. Aber auch hier werden die Beeren allmählich mürbe, lassen sich leicht vom Stiel trennen und schließlich wird die Taunässe ausreichen, um Botrytis den Weg zu bahnen.
In unseren Referenzanlagen hängen nur noch 4 Rebsorten in nennenswerten Umfang. 85 % sind geerntet. Wie im vergangenen Jahr hat der Weißburgunder sich äußerst stabil und wenig anfällig gezeigt. Bei den von uns beprobten Weinbergen sind inzwischen die 100° Oe erreicht oder überschritten. Die Säure ist mit durchschnittlich 7,9 g/L relativ stabil. Riesling leidet inzwischen teilweise unter der fortschreitenden Botrytis. Nur selektierte Anlagen mit freigestellten Trauben sehen noch wirklich gut aus. Er liegt mit 86° Oe etwas über den Vergleichsjahren, wobei die Anlagen im Mostgewicht stark streuen. Mit nahezu 100° Oe in den besten Anlagen ist das Reifepotential aber praktisch ausgeschöpft. Die titrierbare Säure ist überraschend hoch und wird wohl eine Feinentsäuerung im Weinstadium erfordern. Die Werte für den hefeverfügbaren Sickstoff liegen an der unteren Grenze und eine Nährstoffgabe ist geboten. Im Jahr 1 nach der Kirschessigfliege sind praktisch keine Schäden zu vermelden und dies wird besonders beim Dornfelder genutzt, um durch eine lange Hängzeit die gewünschte Reife zu erreichen. Spätburgunder ist wieder einmal der Matchwinner eines ausgewöhnlich warmen Jahres. Mit Reifegraden jenseits der 100° Oe hat die Rebsorte eine Reife erreicht,
wie seit vielen Jahren nicht. Säure und pH-Werte sind im optimalen Bereich.

Reifemessung Region Pfalz - 28.09.2015

(Quelle: DLR Rheinpfalz – 28.09.2015)

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