Reifemessungen Region Ortenau – 26.08.2015

Ilona SchneiderNewsKommentar schreiben

Allgemeine Reifenentwicklung:

Die Niederschläge am zurückliegenden Sonntag (23.08.) und Montag (24.08.) brachten zwischen 5 und 15 Liter Regen. Somit bleibt das bestehende Wasserdefizit weiter bestehen, so dass im August aktuell 38 l in Oberkirch fielen (Norm 94 Liter), damit bleibt eine Differenz im August von 60 %. Positiv zu werten ist, dass die Niederschläge flächendeckend und sanft nieder gingen und Schäden durch Abschwemmung oder Hagel nicht eintraten. Dass die Trockenschäden nicht zugenommen haben liegt an den niederen Temperaturen und den kürzeren Tagen bei geringerem Neuzuwachs, wodurch die Transpiration abnimmt. Viele Junganlagen und nicht bewässerte Verwitterungsböden zeigen Laubvergilbungen und kleinere Beeren. Dass zu viel Wasser jetzt eher schädlich auf die Gesundheit der Beeren sich auswirkt zeigt das Wochenende am 16.08.2015, wo anschließend etliche Beeren aufplatzten. Diese Verletzungen rühren nicht von Kirschessigbefall. Diesen Effekt wird in nicht entblätternden Anlagen und bei leichtem Oidiumbefall verstärkt beobachtet. Da die mittelfristige Wetterprognose die nächsten Tage sommerliche Temperaturen bis 30 °C meldet, bleibt zu hoffen, dass diese Verletzungen eintrocknen.

Kirschessigfliege (KEF):

Im Gegensatz zum Obstbau, wo steigende Befallszahlen in Beerenobst und Wilden Brombeeren/Hollunder erkennbar sind, ist im Weinbau die Lage bis jetzt noch ruhig. Die Flugzahlen im Weinbau bewegen sich auf niederem Niveau. Selbst bei frühreifen empfindlichen Sorten wie Frühburgunder, Regent, Dunkelfelder, Muscat Blue oder Acolon wurden bisher keine Eier gefunden. Das Bedeutet, dass die nächsten 7 Tage keine Behandlung gegen die KEF ansteht! Trotzdem sollte man die Kontrolle auf Flugaktivität und Eiablage fortführen. Bei festgestelltem Befall informieren Sie uns bitte. Der derzeitige erkennbare Saftaustritt stammt von kleinen Beerenrissen und nicht von der KEF. Im Bedarfsfall werden wir über notwendige Bekämpfungsmaßnahmen informieren. Sofern noch nicht geschehen, sind begleitende weinbauliche Maßnahmen in gefährdeten roten Sorten durchzuführen – in dem von beiden Seiten in der Traubenzone entblättert wird, um das Mikroklima für die KEF-Besiedelung zu verschlechtern. Die Maßnahmen sollten in Weißweinsorten nur soweit erfolgen, dass die Trauben nicht kahl in der Sonne hängen! Ein zuviel an Entblätterung bringt Aroma- und Phenolveränderungen , die qualitativ negativ zu werten sind. Begrünungen sind kurz zu halten und falls noch reifende Trauben entfernt werden, sind diese wegen des Lockeffekts aus der Anlage zu entfernen.

Reifestand:

Im Vergleich zur Vorwoche (Kw34) ist die Reifeentwicklung durch hohe Mostgewichtszunahme und starke Säureabbau gekennzeichnet. Die Möglichkeit des Ansäuerns ist zwischenzeitlich genehmigt. Die Mostgewichtsmessungen vom 26.08.2015 haben folgende Werte gebracht:

Unbenannt

Reiifemessung Ortenau – 26.08.2015

Besonders die Burgundersorten und Riesling zeigen eine gute Reifeentwicklung, so dass der Jahrgang viel Potential für eine überdurchschnittliche Qualität hat. Etliche Erzeugergemeinschaften werden am Montag, den 31.08.2015 mit der Lese für Neuen Süßen beginnen.

(Quelle: WBI Freiburg – Fax Ortenau 26.08.2015)

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